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Satelliten-Navigation : Galileo-Testsatellit „bei bester Gesundheit“

  • Aktualisiert am

Seit Ende Dezember im All: Giove-A Bild: Esa

Gute Nachrichten von der Raumfahrtbehörde Esa: Der Satellit „Giove-A“ sendet Signale aus der Umlaufbahn. Die Probephase für das Navigationssystem Galileo nimmt ihren Lauf. Und es gibt einen neuen Finanzier.

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          Das europäische Weltraum-Navigationssystem Galileo hat die erste Probephase bestanden. Zwei Wochen nach dem Start hat der Galileo-Testsatellit Giove-A am Donnerstag die ersten Navigationssignale gesendet. Am selben Tag hat Südkorea zugesichert, das europäische Satelliten-Netzwerk mitzufinanzieren. In welcher Höhe, ist noch offen. Die Asiaten sind das sechste nicht-europäische Land, das sich an der Finanzierung von Galileo beteiligt.

          Der Satellit sei „bei bester Gesundheit“, heißt es auf der Internet-Seite der Europäischen Raumfahrtbehörde Esa. Seine Signale aus der Umlaufbahn in 23.260 Metern Höhe seien von Bodenstationen in Chilbolton (Großbritannien) und Redu (Belgien) aufgefangen und ausgewertet worden. Damit habe das mit dem amerikanischen System GPS und dem russischen Glonass kompatible System der Satellitennavigation „den ersten Meilenstein auf dem Weg zu seiner vollen Einsatzbereitschaft erreicht“ (siehe auch: Galileo: Interaktive Informationen der Esa)

          Giove-A war am 28. Dezember mit einer russischen Trägerrakete des Typs Sojus in eine Umlaufbahn in 23.200 Kilometern Höhe geschossen worden. Das Heraufladen der Bordsoftware und die Ausrichtung der Sonnenpanele mit Hilfe von Bodenstationen in Großbritannien, Indien und Malaysia funktionierte einwandfrei. Die Nutzlasterprobung von Giove-A soll bis Mitte Februar abgeschlossen sein.

          Südkorea, China, Indien, Marokko, Israel, Ukraine

          Die Esa und die Europäische Union wollen bis 2010 mit dem auf 3,8 Milliarden Euro veranschlagten Projekt Galileo eine von einer zivilen Instanz betriebene Alternative zum militärisch kontrollierten amerikanischen System GPS im All stationieren. Noch in diesem Jahr soll der zweite Testsatellit, der von Galileo Industries (Deutschland) gebaute Giove-B, gestartet werden.

          Südkorea gesellt sich zu China, Indien, Marokko, Israel und der Ukraine. Die Summe, die das Land in eines der größten Industrieprojekte seit Airbus in den 70er Jahren investieren will, blieb noch offen. Die EU-Kommission wertete das Bekenntnis Südkoreas als einen Beleg für das wachsende Interesse in aller Welt an dem europäischen Navigationssystem. Die EU erwartet, daß das Projekt profitabel wird, weil der Markt für Satelliten-Navigationssysteme bis 2020 auf 275 Milliarden Euro im Jahr anwachsen werde - von 20 Milliarden im Jahr 2003.

          Galileo soll 2008 an den Start gehen. Die EU-Behörden akzeptierten im vergangenen Juni ein gemeinsames Angebot von EADS und Alcatel, um das Netzwerk zu unterhalten. Zu der Gruppe gehört auch die französische Militärelektronik-Unternehmen Thales, die britische s Inmarsat Ventures, Italiens Finmeccanica, der spanische Satelliten-Betreiber Hispasat und dem spanischen Flughafenbetreiber Aena.

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