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Sarkozy bestellt Ghosn ein : Clio bleibt teilweise in Frankreich

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chs. PARIS, 13. Januar. Unter dem Druck der französischen Regierung hat der Autohersteller Renault versprochen, einen Teil der Clio-Produktion am Standort Flins bei Paris zu erhalten. Das Unternehmen hatte die vollständige Verlagerung ...

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          chs. PARIS, 13. Januar. Unter dem Druck der französischen Regierung hat der Autohersteller Renault versprochen, einen Teil der Clio-Produktion am Standort Flins bei Paris zu erhalten. Das Unternehmen hatte die vollständige Verlagerung der künftigen Version des Kleinwagens ins türkische Bursa geprüft, wo heute schon der Großteil der aktuellen Clio hergestellt wird. Doch dies führte zu einem Aufschrei in der Regierung. Der französische Präsident Nicolas Sarkozy hat den Renault- und Nissan-Vorstandsvorsitzenden Carlos Ghosn in den Elysée-Palast einbestellt und droht mit einer Inanspruchnahme von sechs Sitzen im Renault-Verwaltungsrat. Bisher hat der Staat nur einen Vertreter entsandt. Der französische Staat ist mit 15 Prozent größter Aktionär. Außerdem vergab er im vergangenen Jahr einen zinsgünstigen Kredit von drei Milliarden Euro. Als Gegenleistung forderte die Regierung einen Erhalt der Beschäftigung in Frankreich.

          Renault verteidigt sich mit dem Plan, Flins zum Zentrum der Elektroauto- und Batterieproduktion zu machen. Zur Produktion des neuen Clio sei noch keine endgültige Entscheidung gefallen, "doch es wird immer Clios geben, die in Flins gebaut werden", sagte Generaldirektor Patrick Pelata am Mittwoch nach einem Treffen mit Industrieminister Christian Estrosi. Knapp 180 000 Clio wurden 2009 in der Türkei gebaut, 125 000 in Frankreich und 25 000 in Spanien. In Slowenien und in Flins liefen zudem einige tausend Clio der älteren Version vom Band. Bei einem Auto zum Preis von 14 000 Euro seien die Kosten in Osteuropa für Gehälter, Sozialabgaben und Gewerbesteuer um 1400 Euro niedriger als in Frankreich, berichtet Renault.

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