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Russland im Krieg : Der Rubel wirkt stark – ist es aber nicht

Putin auf dem Wirtschaftsforum in Sankt Petersburg am 17. Juni Bild: AP

Anders als viele selbst im Westen glauben, treffen die Sanktionen schon jetzt die russische Wirtschaft. Auch wenn Putin das anders darstellt.

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          Dass der Rubel so stark ist wie zuletzt vor sieben Jahren, sagt nichts über die Leistungskraft der russischen Wirtschaft aus – auch wenn Wladimir Putin dies gerne hätte. Dem Präsidenten zufolge zeigt der Wert der Landeswährung, dass die Sanktionen des Westens ihr Ziel verfehlten.

          Dabei ist der starke Rubel vor allem Ergebnis massiv eingebrochener Importe und eines enormen Haushaltsüberschusses, und macht schon jetzt den Exporteuren das Leben schwer. Russlands Zentralbank mag es geschafft haben, den Fall des Rubels nach dem Angriff auf die Ukraine aufzuhalten, doch fehlen ihr nun die Mittel, seinen Wert wieder auf ein für die Industrie vertretbares Maß zu bringen; auch das ist eine Folge der Sanktionen.

          Denn anders als viele selbst im Westen glauben, wirken die Strafmaßnahmen schon jetzt auf die russische Wirtschaft. Dies zeigt sich bisher an eher kleinen Meldungen: So müssen immer mehr Russen Mikrokredite aufnehmen, um ihre Gehälter an die Inflation anzupassen. Vom starken Rubel und hohen Rohstoffpreisen spüren die meisten Menschen im Land dagegen nichts.

          Katharina Wagner
          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

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