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Italien in Not : Die Büchse der Pandora

  • -Aktualisiert am

Matteo Salvini Bild: EPA

Der Populist Salvini überblickt die komplexen Zusammenhänge der Wirtschaft nicht und ist vor allem an den Umfragen des nächsten Tages interessiert. Das verheißt nichts Gutes.

          Italiens Lega-Chef Matteo Salvini hat die Büchse der Pandora aufgemacht. Er verlangt Neuwahlen so schnell wie möglich, um danach möglichst mit seiner rechtspopulistischen Partei alleine zu regieren.

          Doch damit schafft er neue Zweifel an der wirtschaftspolitischen Zukunft Italiens. Salvini propagierte bisher möglichst große Haushaltsdefizite auch jenseits von 3 Prozent des Bruttoinlandsprodukts und sagte, auf europäische Regeln könne er pfeifen. Gleichzeitig fehlen ihm ausgewiesene Wirtschaftspolitiker, die einen wie auch immer gearteten Kurs der Lega glaubwürdig verkörpern könnten.

          Salvini hat auch deshalb die Euro-Gegner Alberto Bagnai und Claudio Borghi zu Ausschussvorsitzenden in den beiden Kammern des Parlaments gemacht. Für einen Populisten wie Salvini, der die komplexen Zusammenhänge der Wirtschaft nicht überblickt und vor allem an den Umfragen des nächsten Tages interessiert ist, wird damit die Versuchung eines Ausstiegs aus dem Euro an Bedeutung gewinnen.

          Ein solcher Schritt liegt nicht im Interesse der norditalienischen Unternehmer, die eine wichtige Stütze der Lega darstellen. Doch Salvini könnte ihnen noch unangenehme Überraschungen bereiten.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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