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Sachverständigenrat : Wirtschaftsweise Weder di Mauro wechselt zur UBS

  • Aktualisiert am

War seit 2004 im Sachverständigenrat: Beatrice Weder di Mauro Bild: dpa

Bei den „Wirtschaftsweisen“ wird ein Platz frei. Beatrice Weder di Mauro - die einzige Frau im Sachverständigenrat - wechselt zur Schweizer Großbank UBS. Sie folgt dem früheren Bundesbank-Präsident Axel Weber.

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          Die Ökonomin Beatrice Weder di Mauro wechselt in der Verwaltungsrat der Schweizer Großbank UBS und scheidet deshalb zum Monatsende aus dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung aus. 2004 war sie in den Kreis der „Wirtschaftsweisen“ berufen worden – als Nachfolgerin von Axel Weber, der damals als Präsident zur Bundesbank ging. Nun folgt sie Weber abermals, denn der Ökonom selbst ist für die Spitze des Aufsichtsgremiums der UBS vorgesehen.

          Die Amtszeit der aus Basel stammenden Wirtschaftsprofessorin wäre im Sommer ohnehin ausgelaufen. Allerdings galt es als ausgemacht, dass die Bundesregierung sie abermals in das Beratergremium berufen würde. Doch die Sechsundvierzigjährige will nach eigenen Worten „auch nur den Anschein“ eines Interessenkonfliktes vermeiden.

          Axel Weber
          Axel Weber : Bild: AFP

          Der Präsident des Sachverständigenrats, Wolfgang Franz, nannte es „hochanständig“, dass Weder di Mauro sich so entschieden habe. Es wäre in der Tat schwierig geworden, als Verwaltungsratsmitglied der UBS im Sachverständigenrat für die Finanzmarktanalyse und damit auch für Fragen der Bankenregulierung zuständig zu sein, sagte er dieser Zeitung. Dennoch sei ihr Weggang „ein Schlag ins Kontor“. Der Anruf am Donnerstagabend sei völlig überraschend gekommen. „Ich habe es nicht glauben können.“ Weder di Mauro sei nicht nur eine hervorragende Wissenschaftlerin, sondern auch „eine liebenswerte Teamplayerin“. Nun müsse ein Nachfolger gefunden werden, der nicht nur Spezialist für Makroökonomik und Finanzmarktanalyse sei, „sondern auch zu uns passt“. Ob auf die erste Frau im Rat wieder eine Frau folgen müsse, habe die Regierung zu entscheiden, sagte Franz.

          Weder di Mauro war die erste Frau in dem Beratungsgremium, das es seit knapp einem halben Jahrhundert gibt. Von daher wäre es für die Bundesregierung politisch attraktiv, eine Nachfolgerin zu küren. Doch gibt es wenige, die sich wie sie mit Finanzmarktfragen beschäftigt haben. Claudia Buch von der Universität Tübingen würde sich zwar nach diesen Kriterien anbieten. Sie ist seit 2008 Vorsitzende des Wissenschaftlichen Beirats im Bundeswirtschaftsministerium. In dieser Funktion hat sie beispielsweise das Gutachten „Reform von Bankenregulierung und Bankenaufsicht nach der Finanzkrise“ mitverfasst. Doch Buch ist ausgesprochen zurückhaltend, was die Teilnahme an politischen Debatten betrifft. Von Wirtschaftsweisen wird jedoch erwartet, dass sie sich an der öffentlichen Diskussion beteiligen. So war etwa Clemens Fuest als Vorsitzender des Schwesterbeirats im Finanzministerium präsenter als Claudia Buch heute. Fuest, derzeit an der Universität Oxford und bald Nachfolger von Franz am ZEW, gilt seit längerem als ein Anwärter für den Sachverständigenrat. Gegen ihn spricht, dass er dieselben Gebiete wie der Wirtschaftsweise Lars Feld abdeckt und sich nicht auf Finanzmarktfragen spezialisiert hat, die derzeit im Vordergrund stehen. Das spräche für Leute wie Roman Inderst oder Volker Wieland vom House of Finance an der Universität Frankfurt.

          Handelsraum der UBS in Zürich
          Handelsraum der UBS in Zürich : Bild: Eilmes, Wolfgang

          Formal beruft der Bundespräsident auf Vorschlag der Regierung ein Ratsmitglied für fünf Jahre. Es ist allerdings üblich, dass Regierung und Rat sich zuvor über mögliche Kandidaten austauschen. Weder di Mauro lehrt seit 2001 an der Universität in Mainz und hat die schweizerische und die italienische Staatsbürgerschaft inne. Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP) bedauerte ihr Ausscheiden aus dem Sachverständigenrat. Ihre Entscheidung sei aber „Ausdruck ihrer hohen Integrität“ und verdiene großen Respekt.

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