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Sabine Mosbacher, Pfalz : „Spätburgunder gegen Heimweh“

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Sabine Mosbacher: Sehr erfolgreich mit Sauvignon Blanc Bild: F.A.Z. / Kretzer

Ihr Weingut befindet sich in einer Lage, von der ein paar der besten Tropfen aller Zeiten stammen. „Den Satz ,Ich möchte gerne den Winzer sprechen' höre ich heute nicht mehr“, sagt Sabine Mosbacher. „Da haben wir viel bewegt in den letzten fünf bis zehn Jahren.“

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          Sabine Mosbacher-Düringer blickt von ihrer Terrasse aus direkt aufs Forster Ungeheuer. Von dieser berühmten Pfälzer Weinlage stammen einige der besten Tropfen aller Zeiten. Ihr Großvater hatte das Glück und die Weitsicht, vor bald 90 Jahren einige Ungeheuer-Parzellen zu erwerben, gleich neben renommierten Winzern wie Bassermann-Jordan, Reichsrat von Buhl, Acham-Magin und Dr. Bürklin-Wolf. Enkelin Sabine kredenzt aus diesen Trauben heute ihre großen Riesling-Gewächse.

          Die Önologin arbeitet seit 1992 im Familienbetrieb, vor drei Jahren hat sie das Tagesgeschäft komplett übernommen - zusammen mit ihrem Mann, den sie während des Weinbau-Studiums in Geisenheim kennengelernt hat. Der Gatte hat ihr zuliebe das heimische Weingut im badischen Ihringen verlassen. „Gegen das Heimweh hat er sich den Spätburgunder mitgebracht. Da steckt er sein Herzblut rein.“

          Nach nur einer Woche ausverkauft

          Der Rote macht allerdings nur fünf Prozent der 140.000 Flaschen aus, die Mosbacher jedes Jahr abfüllt. Der Rest ist Weißwein, vorwiegend trockener Riesling. Neuerdings probiert Mosbacher auch verstärkt Sauvignon Blanc. Scheinbar sehr erfolgreich, der 07er war nach nur einer Woche ausverkauft. Mosbacher hat sich einen Namen in der Weinbranche gemacht. „Den Satz ,Ich möchte gerne den Winzer sprechen' höre ich heute nicht mehr“, erzählt die Vorsitzende des Frauen&Wein-Netzwerks Vinissima. „Da haben wir viel bewegt in den letzten fünf bis zehn Jahren.“

          Auch bei ihren Ungeheuer-Konkurrenten sitzen Frauen an der Spitze - bei Acham-Magin heißt die Chefin Anna-Barbara, bei Dr. Bürklin-Wolf Bettina. Sabine Mosbacher war zu Hause die Einzige, die Lust hatte auf ein Weinbau-Studium. Ihre Schwestern helfen aber mit ihren Familien bei jedem Hoffest, bei Weinproben, bei der Ernte. Fünf Nichten und Neffen hat Mosbacher, die selbst kinderlos ist. Einer von ihnen, da ist sie sich sicher, wird das Erbe weiterführen. „Oder eine.“

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