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Sabine Lautenschläger : Rumoren in der EZB

Christine Lagarde übernimmt sie ein schweres Erbe. Bild: AP

Die künftige EZB-Präsidentin Christine Lagarde übernimmt ein schweres Erbe. Der Rücktritt des einzigen deutschen Mitglieds im EZB-Direktorium zeigt das nochmal überdeutlich. Wird sich künftig bei der EZB viel ändern?

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          Was sagt der Rücktritt von Sabine Lautenschläger, dem einzigen deutschen Mitglied im Direktorium der EZB, über die Situation in der Notenbank? Zunächst einmal: Der EZB-Rat, zu dem die Direktoriumsmitglieder neben den Notenbankchefs gehören, ist tief gespalten.

          Die Frage, ob Zinssenkungen noch viel bringen, wenn der Einlagenzins ohnehin negativ ist, bleibt umstritten. Noch mehr aber stören sich Draghis Kritiker in den eigenen Reihen an der Wiederaufnahme der Anleihekäufe; einem Instrument, das höchstens für Notzeiten gedacht ist, die derzeit nicht herrschen, und das wegen der Nähe zur Staatsfinanzierung von vielen kritisch gesehen wird.

          Wenn Christine Lagarde im November das Amt als EZB-Präsidentin antritt, übernimmt sie ein schweres Erbe. Es ist nicht zu sehen, dass sie einen grundsätzlich anderen Kurs verfolgen wird. Aber vielleicht gelingt es ihr, mit viel Charme die unterschiedlichen Lager besser zusammenzuhalten und mit einer offensiveren Öffentlichkeitsarbeit auch die Bevölkerung stärker für die europäische Geldpolitik zu gewinnen. Ein kleines gutes Vorzeichen ist immerhin, dass sie angekündigt hat, weniger technisch zu reden – damit die Menschen sie verstehen.

          Christian Siedenbiedel
          Redakteur in der Wirtschaft.

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