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Kommentar : Unverschämtes Ryanair

Ryanair-Chef Michael O’Leary Bild: Reuters

Ryanair streicht mehr als 2000 Flüge – weil der Chef den Mund zu voll genommen hat. So geht es nicht.

          Wer nicht selbst zu den Leidtragenden zählt, der kann über die unfreiwillige Komik in den Verlautbarungen von Ryanair vielleicht sogar lachen: Europas größte Billigfluggesellschaft gibt bekannt, es sei „unakzeptabel“, dass in den vergangenen Wochen die Pünktlichkeit ihrer Flüge stark gelitten habe. Und was tut Ryanair dagegen? Die Airline streicht in den kommenden sechs Wochen bis zu 2100 Flüge – mit der Folge, dass Hunderttausende von Kunden nun nicht wie geplant befördert werden.

          Die erfolgreiche Fluggesellschaft hat offenkundig ein ziemlich eigentümliches Problem: Quer über Europa – und auch in Deutschland – kündigt Ryanair neue Verbindungen an, schafft es aber nicht, dafür zu sorgen, dass auch genügend Piloten verfügbar sind. Das Wachstum des Billigflugmarktführers bringt also nicht nur Konkurrenten wie Air Berlin oder Lufthansa in Bedrängnis, sondern auch Ryanair selbst.

          Offenbar hält das Management mit seinem eigenen rasanten Expansionskurs nicht mehr mit. Die Fehler, die zu den Notmaßnahmen geführt haben, sind haarsträubend genug. Aber die Art und Weise, wie Ryanair diese gegenüber ihren Passagieren kommuniziert, ist eine Unverschämtheit.

          Marcus Theurer

          Redakteur in der Wirtschaft der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

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