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RWI-Studie zum Arbeitsmarkt : Frauen auf dem Vormarsch

Einfühlungsvermögen gefragt: Lehrerin an einer Grundschule in Kreuzberg Bild: Picture-Alliance

Insbesondere in hochbezahlten Berufen steigt die Beschäftigung von Frauen, zeigt eine Studie – doch nicht alle bekommen auch das entsprechende Gehalt.

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          Die Beschäftigung von Frauen hat in den vergangenen Jahrzehnten insbesondere in hochbezahlten Berufen zugenommen, in denen kognitive und soziale Fähigkeiten gefragt sind und es wenig Routineaufgaben gibt. Zumindest teilweise dürfte ihnen dabei der technologische Wandel geholfen haben. Zu diesem Ergebnis kommen Wissenschaftler des RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf in einer noch unveröffentlichten Studie. Den Befunden zufolge werden Frauen in diesen hochbezahlten Berufen allerdings tendenziell schlechter bezahlt als Männer.

          Britta Beeger
          Redakteurin in der Wirtschaft.

          Die Autoren Ronald Bachmann und Gayane Stepanyan greifen für ihre Analyse auf Daten des Sozio-oekonomischen Panels für Westdeutschland zurück und vergleichen zwei Zeiträume: die Jahre 1985 bis 1989 und die Jahre 2013 bis 2017. Der Anteil der Frauen im arbeitsfähigen Alter, die nicht berufstätig sind – im Jahr 1984 immerhin noch mehr als die Hälfte –, ist in diesem Zeitraum um 11,5 Prozentpunkte gefallen.

          Mit 13,7 Prozentpunkten überdurchschnittlich stark gestiegen ist hingegen der Anteil der Frauen, die einer nicht routinemäßigen, kognitiven Arbeit nachgehen, etwa als Lehrerin, Ärztin, Wissenschaftlerin oder Personalmanagerin – Aufgaben, für die interaktive, analytische und soziale Fähigkeiten gebraucht werden. Diese haben durch den technologischen Wandel an Bedeutung zugewonnen und werden Frauen besonders zugeschrieben.

          Weniger von Automatisierung gefährdet

          Die Autoren schlussfolgern, dass die Arbeitsplätze von Frauen auch künftig weniger durch Automatisierung gefährdet sein dürften. Gestiegen ist – in geringerem Ausmaß – zugleich der Anteil von Frauen in einfachen Dienstleistungsberufen, etwa Friseurin. Diese Entwicklung spiegele bisherige Erkenntnisse der Wissenschaft zur Polarisierung des Arbeitsmarktes, wonach der Anteil der Arbeitsplätze mit mittlerer Bezahlung und mittlerem Qualifikationsniveau in den meisten Industrieländern signifikant zurückgegangen sei, schreiben die Autoren. Zunehmend gefragt seien hingegen Aufgaben, für die kognitive Fähigkeiten nötig sind, sowie eher einfache Tätigkeiten, die von Hand ausgeübt werden.

          In einem zweiten Schritt untersuchen die Forscher, in welchen Gehaltsklassen sich Frauen bewegen – und welche Veränderungen sich hier zeigen. Das Ergebnis: Der Anteil der Frauen in den oberen 20 Prozent der Berufe mit dem höchsten Stundenlohn hat sich im betrachteten Zeitraum fast verdoppelt: von rund 21 auf rund 37 Prozent – der Anteil der Männer ist dementsprechend gesunken. Doch bekommen offenbar nicht alle Frauen in den bestbezahlten Berufen die entsprechenden Löhne: Wie die Studie zeigt, ist der Anteil der Frauen in den oberen 20 Prozent der Einkommensverteilung zwar ebenfalls gestiegen, aber in geringerem Umfang: von 20 auf 30 Prozent.

          Eine mögliche Erklärung hierfür ist aus Sicht der Autoren, dass Frauen mehr Wert auf zeitliche Flexibilität legen, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. Darüber hinaus konnten die Forscher zeigen, dass der Anteil von Frauen in hochbezahlten, kognitiven Berufen dadurch zustande kommt, dass ihr Anteil in all diesen Berufen steigt – und nicht etwa, weil typische Frauenberufe besonders zugenommen hätten.

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