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RWE-Konzernumbau : Peinliche Öko-Propaganda

Nur durch Worte wird man nicht klimaneutral: Dampf und Rauch werden noch eine Weile lang aus dem Braunkohlekraftwerk Niederaußem von RWE austreten. Bild: dpa

Vorstandschef Rolf Martin Schmitz baut RWE zu einem globalen Ökostrom-Produzenten um. Eines kann die Konzernspitze damit aber nicht überdecken: Zum Klimawandel trägt der Essener Energiekonzern weiter erheblich bei.

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          Vorstandschef Rolf Martin Schmitz kann so viel Grün über das Unternehmenslogo pinseln, wie er will: RWE bleibt noch auf Jahre hinaus der mit Abstand größte Emittent von Kohlendioxid in Europa. Und ohne die Politik wären sogar einige, mittlerweile mit üppigen Subventionen vom Netz genommene Braunkohlemeiler weiter in Betrieb.

          Der Versorger tut nur das, was die Politik ihm vorschreibt, keinen Deut mehr. Und deshalb wird RWE auch fleißig weiter Kohle verbrennen, solange man den Konzern lässt: also exakt bis 2038, dem bisher angepeilten Endjahr für den Kohleausstieg in Deutschland. Da gehört schon einiges an Chuzpe dazu, den ihm aufgezwungenen Wandel zur neuen grünen Strategie zu erklären. Dass aus dem Braunkohle-Aschenputtel irgendwann die Öko-Prinzessin wird, ist nur der Macht des Faktischen geschuldet.

          Schmitz versucht zu retten, was zu retten ist – und das geht nach Lage der Dinge nur über Sonnen- und Windstrom. Aber für den Konzern, der die Zeichen der Zeit jahrelang ignorierte, sich hartnäckig gegen die Energiewende stemmte und darüber vor einigen Jahren beinahe in den Abgrund gestürzt wäre, gilt natürlich auch: besser spät als nie. Der Kurswechsel ist unternehmerisch konsequent und richtig. Die peinliche Öko-Propaganda allerdings sollten sich die RWE-Strategen besser sparen.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

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