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Erneuerbare Energien : RWE kauft amerikanischen Solaranlagen-Betreiber für fast 7 Milliarden Dollar

  • Aktualisiert am

RWE-Chef Markus Krebber Bild: dpa

Der deutsche Versorger steigt damit zum zweitgrößten Solaranlagen-Betreiber in den Vereinigten Staaten auf. Und auch der Staatsfonds von Qatar spielt eine Rolle.

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          RWE verstärkt sein Geschäft mit erneuerbaren Energieträgern in den Vereinigten Staaten mit einem 6,8 Milliarden Dollar schweren Zukauf. Der Energiekonzern kauft dem Regionalversorger Con Edison aus New York den Solaranlagen-Entwickler und -Betreiber Con Edison Clean Energy Businesses ab, wie er am Samstagabend in Essen mitteilte. Mit der umgerechnet 6,9 Milliarden Euro (inklusive Schulden) umfassenden Übernahme verdoppele RWE sein Portfolio an Wind-, Solar- und Batteriespeicher-Anlagen in Amerika fast und komme nun auf eine installierte Leistung von 7,2 Gigawatt (GW).

          In der Finanzierung bekommt der Essener Konzern Unterstützung vom Staatsfonds von Qatar, QIA, der eine 2,43 Milliarden Euro schwere Pflichtwandelanleihe zeichnet. Damit kann QIA mit gut neun Prozent bei RWE einsteigen und wäre damit dessen größter Aktionär.

          „Die Übernahme von Con Edison Clean Energy Businesses bedeutet einen enormen Schub für die grüne Expansion von RWE in den Vereinigten Staaten, einem der attraktivsten und am schnellsten wachsenden Märkte für Erneuerbare Energien“, begründete Vorstandschef Markus Krebber den Zukauf.

          Damit werde RWE in den Vereinigten Staaten zur Nummer zwei unter den Betreibern von Solaranlagen und zur Nummer vier bei erneuerbaren Energieträgern insgesamt. Rund 90 Prozent der drei GW installierter Kapazität von Con Edison Clean Energy bestehen aus Solaranlagen. Dazu kommt laut RWE eine Entwicklungs-Pipeline von weiteren sieben GW, die die Projektpipeline des Konzerns dort auf 24 GW wachsen lasse.

          Mit dem Vollzug der Übernahme sei im ersten Halbjahr 2023 zu rechnen. Con Edison Clean Energy soll gleich im ersten Jahr ein operatives Ergebnis (Ebitda) von 600 Millionen Dollar zum Gewinn von RWE beisteuern. Der Konzern hatte für Investitionen in „grüne Energien“ in den Vereinigten Staaten schon 15 Milliarden Euro eingeplant.

          „Ich freue mich, dass QIA die Ambitionen von RWE, schneller und stärker zu wachsen, mit zusätzlichem Eigenkapital unterstützt“, sagte Krebber. Den Teil des Kaufpreises, den QIA nicht trägt, will RWE mit Krediten finanzieren.

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