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Gaskrise in Europa : Moskau verspricht mehr Gas mit Nord Stream 2

Nord Stream 2: Der erste Strang ist schon verlegt, die Pipeline noch nicht zertifiziert. Bild: Reuters

Noch ist sie nicht genehmigt: Die Ostseepipeline kommt einer Zertifizierung näher. Präsident Putin versichert indes Entspannung im Energiemarkt.

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          Kurz nachdem die Pipeline Nord Stream 2 einer Genehmigung durch die Bundesnetzagentur ein Stück näher gekommen ist, hat Russlands Präsident Putin abermals eine Ausweitung der Gaslieferungen in Aussicht gestellt. Am Mittwoch wies Putin den staatlich kontrollierten Energiekonzern Gazprom an, bald mit der Befüllung seiner Gasspeicher in Europa zu beginnen. Die Speicher von Gazprom in Deutschland, Österreich und den Niederlanden sind im Vergleich zu denen europäischer Energiekonzerne auffällig leer, was neben anderen Gründen zu dem enormen Anstieg der Gaspreise in den vergangenen Monaten beigetragen hat.

          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin
          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Katharina Wagner
          Wirtschaftskorrespondentin für Russland und die GUS mit Sitz in Moskau.

          In früheren Jahren hatte Gazprom seine Speicher zu diesem Zeitpunkt schon deutlich besser gefüllt. Russland wird deshalb vorgeworfen, bewusst Lieferungen zurückzuhalten, um eine schnelle Zertifizierung von Nord Stream 2 zu erzwingen. Diese Woche hatte das Bundeswirtschaftsministerium unter dem geschäftsführenden Ressortchef Peter Altmaier (CDU) bekannt gegeben, dass die Erteilung einer Zertifizierung für die Pipeline „die Sicherheit der Gasversorgung der Bundesrepublik Deutschland und der Europäischen Union nicht gefährdet“. Diese sogenannte Versorgungssicherheitsanalyse ist im Energiewirtschaftsgesetz vorgeschrieben, wenn ein Transportnetzbetreiber aus einem Nicht-EU-Land Gas in die Gemeinschaft liefern will.

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