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Rußland : Milliarden-Geschäft um russisches Öl abgeschlossen

  • Aktualisiert am

Gut sichtbar bei Rosneft: der Kreml Bild: AP

Die staatliche russische Ölfirma Rosneft hat sieben Milliarden Euro für den zwangsversteigerten Ölförderer Juganskneftegas bezahlt. Bei einer umstrittenen Aktionärsversammlung wurde auch ein neuer Generaldirektor ernannt.

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          Die staatliche russische Ölfirma Rosneft hat den Kaufpreis von sieben Milliarden Euro für den zwangsversteigerten Ölförderer Juganskneftegas aus dem angeschlagenen Yukos-Konzern beglichen. „Das Unternehmen hat gestern (Donnerstag) sein Aktienpaket bezahlt“, sagte ein Rosneft-Vertreter am Freitag der Agentur Interfax.

          Bei einer außerordentlichen Aktionärsversammlung wurde ebenfalls am Freitag Wladimir Bulba zum neuen Generaldirektor von Juganskneftegas ernannt. Bulba war bislang Generaldirektor der Rosneft-Tochter Rosneft-Purneftegas. Ein Yukos-Sprecher sagte, die Wahl sei unter grober Verletzung von Aktionärsrechten zustande gekommen. Die Versammlung sei so kurzfristig anberaumt worden, daß andere Aktionäre gar nicht hätten teilnehmen können. Yukos hält noch immer 13 Prozent an Juganskneftegas.

          Weiterhin unklar ist, wer das Geld für den Kauf aufgebracht hat. Juganskneftegas als wichtigster Yukos-Förderbetrieb war am 19. Dezember zu drei Vierteln an die bis dahin völlig unbekannte Baikalfinanzgruppe verkauft worden. Diese wurde dann von Rosneft geschluckt. Experten halten Rosneft nicht für zahlungskräftig genug, um den vollen Kaufpreis zu entrichten. Nur um die von der Baikalfinanzgruppe hinterlegte Bietungsgarantie von 1,7 Milliarden Dollar (1,25 Milliarden Euro) zu bezahlen, mußte Rosneft Anteile an zwei Gasfeldern an Gasprom verkaufen.

          Der Wirtschaftsberater von Präsident Wladimir Putin, Andrej Illarionow, hatte den Verdacht geäußert, Rosneft werde das Geld zum Kauf von Juganskneftegas direkt aus Steuergeldern erhalten.

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