https://www.faz.net/-gqe-8626n

Kreditwürdigkeit : Russland gründet eigene Ratingagentur

  • Aktualisiert am

Wladimir Putin Bild: AP

Die großen Ratingagenturen stufen Russlands Kreditwürdigkeit auf „Ramschniveau“ ein. Das hätte „politische Motive“ sagt Moskau. Und will nun bis Jahresende eine eigene Ratingagentur aufbauen.

          1 Min.

          Die russische Zentralbank will bis Jahresende eine einheimische Ratingagentur als Gegenpol zu den Branchenriesen aus den Vereinigten Staaten aufbauen. „Der russische Markt braucht eine starke Ratingagentur mit einem hohen Maß an Führungsstärke und Professionalität“, teilte die Zentralbank am Freitag mit. Die Agentur solle in der Lage sein, „die Interessen der Wirtschaft“ zu erfüllen, und von in- wie ausländischen Investoren respektiert werden. Deshalb sei eine Neugründung beschlossen worden.

          Zwischen Russland und den drei Agenturen Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch hatte es immer wieder Spannungen gegeben. So stieß die Entscheidung von Standard & Poor’s sowie Moody’s, die Kreditwürdigkeit des Landes auf Ramschniveau herabzustufen, auf heftige Kritik. Moskau warf den Firmen politische Motive vor. In der vergangenen Woche gab Präsident Wladimir Putin grünes Licht dafür, die Tätigkeit internationaler Ratingagenturen in seinem Land gesetzlich zu regulieren.

          Die künftige russische Agentur soll nach Angaben der Zentralbank mit drei Milliarden Rubel (48 Millionen Euro) ausgestattet werden. Die Führung übernimmt demnach Jekaterina Trofimowa, die derzeitige Vizepräsidentin der Gazprombank. Sie arbeitete früher für Standard & Poor’s.

          In der Vergangenheit haben verschiedene Schwellenländer immer wieder versucht, die Dominanz der drei großen Ratingagenturen zurückzudrängen - ohne nennenswerten Erfolg. Ein echter Konkurrent konnte sich bislang nicht etablieren.

          Weitere Themen

          Die Krise nach der Krise

          Psychische Erkrankungen : Die Krise nach der Krise

          Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen – viele Menschen leiden psychisch stark unter der Corona-Pandemie. Doch Therapieplätze sind knapp. Ärzte und Therapeuten befürchten: Das Schlimmste kommt erst noch.

          Kleines Erdbeben bei den Managern

          Chemie- und Pharmaindustrie : Kleines Erdbeben bei den Managern

          Der Führungskräfteverband VAA vertritt in Deutschlands drittgrößter Industrie die Akademiker und Führungskräfte. Sein Vorsitzender ist überraschend abgewählt – indirekt eine Folge von Corona.

          Topmeldungen

          Viele Menschen warten in der Corona-Krise zu lange, bis sie sich Hilfe suchen.

          Psychische Erkrankungen : Die Krise nach der Krise

          Depressionen, Angststörungen, Suchterkrankungen – viele Menschen leiden psychisch stark unter der Corona-Pandemie. Doch Therapieplätze sind knapp. Ärzte und Therapeuten befürchten: Das Schlimmste kommt erst noch.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.