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Russischer Energiekonzern : Gasprom verkauft so wenig Gas wie nie

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„Entscheidend ist nicht, wie viel wir fördern können, sondern wie viel wir verkaufen“: Gasprom-Sprecher Sergej Kupriyanow. Bild: AP

Nie hat der russische Konzern Gasprom weniger Erdgas verkauft als im nun endenden Jahr. Schuld sind nicht nur die Sanktionen des Westens. Auch im Binnenmarkt schwächelt das Unternehmen.

          Der russische Gaskonzern Gasprom wird nach eigenen Angaben in diesem Jahr die geringste Menge Erdgas in seiner Geschichte produzieren. Das Unternehmen rechne mit einem Volumen von 444,4 Milliarden Kubikmeter. Im vergangenen Jahr seien es 487,4 Milliarden Kubikmeter gewesen, sagte Firmensprecher Sergej Kuprijanow am Mittwoch. Zu den Ursachen gehört der monatelange Preisstreit ebenso wie die politische Krise mit der Ukraine und die Sanktionen des Westens.

          Im Juni hatte Gasprom seine Exporte in die Ukraine ausgesetzt, seinen zweitgrößten Markt hinter Deutschland. Kürzlich stoppte Gasprom das Pipeline-Projekt South Stream. Die Leitung sollte Erdgas unter dem Schwarzen Meer hindurch nach Südosteuropa bringen.

          Die Europäische Union (EU) versucht derweil, ihre Abhängigkeit von russischen Energieexporten zu verringern. Gasprom liefert derzeit ein Drittel des in der EU benötigten Gases. Die Exporte in die EU und die Türkei werden in diesem Jahr voraussichtlich um neun Prozent sinken. Entscheidend sei im nächsten Jahr nicht, wie viel Gasprom fördern, sondern wie viel es verkaufen könne, sagte Kuprijanow.

          Probleme hat Gasprom aber auch auf dem Binnenmarkt. Andere Anbieter wie Novatek, Rosneft und Lukoil haben Boden gutgemacht und erweisen sich flexibler bei Preis- und Vertragsverhandlungen. Nach einer Einschätzung der Sberbank CIB haben Gasproms Konkurrenten ihren Marktanteil in diesem Jahr auf 35 Prozent ausgebaut und damit fast verdoppeln können.

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