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Rundgang mit Revoluzzern : Der Mythos Kreuzberg

Karin Wieland, 62, Bettina Munk, 60, und Heinz Bude, 66, im bunten Westberlin von heute. Bild: Andreas Pein

Vor 40 Jahren haben die Berliner Hausbesetzer einen Stil geprägt, der die ganze Welt erobert hat. Noch heute versuchen Aktivisten so Wohnraum zu erhalten. Ein Rundgang mit drei Revoluzzern von einst.

          11 Min.

          Karin Wieland gerät ins Schwärmen, ausgerechnet über einen schnöden Supermarkt der längst entschwundenen Discounterkette „Plus“. Etwas ganz Besonderes sei dieser Ort gewesen, hier hätten gleichermaßen Hausbesetzer, deutsche Rentner und türkische Familien eingekauft, allesamt respektvoll behandelt vom Personal mit seiner typischen Berliner Unbeeindruckbarkeit.

          Ralph Bollmann
          Korrespondent für Wirtschaftspolitik und stellvertretender Leiter Wirtschaft und „Geld & Mehr“ der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Inzwischen nächtigen Touristen in dem historischen Kaufhaus, das von 1925 bis 1956 den Klamottenhändler C&A Brenninkmeyer beherbergte. Der bayerische Hotelier Dietmar Müller-Elmau hat daraus das „Orania“ gemacht, benannt nach der Lage am Oranienplatz in Berlin-Kreuzberg. Anfangs wurden aus Protest gegen den Eindringling schon mal die Scheiben eingeworfen. Heute zuckt die ehemalige Hausbesetzerin Wieland nur die Schultern: Der Laden gibt ihr nichts, aber aufregen mag sie sich darüber auch nicht, bei allem, was sich hier sonst noch so verändert hat.

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