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Sponsorendeal : Rummenigge: „Wir sind zum Wachstum verdammt“

So ging’s mit Audi los: Ein Werbefoto der Bayern-Profis im Jahr 2002 Bild: Imago

Audi steckt 500 Millionen Euro in den FC Bayern und will damit vor allem das China-Geschäft mit Elektroautos ankurbeln. Dort locken schließlich 300 Millionen Fußballfans.

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          Der Fußball-Bundesligaklub FC Bayern München hat seine Sponsorenpartnerschaft mit dem Autohersteller Audi vorzeitig um weitere vier Jahre bis 2029 verlängert. Dem Vernehmen nach soll Audi den jährlichen Sponsoringbetrag an die Münchner von 40 auf mehr als 50 Millionen Euro erhöht haben – und das von sofort an.

          Michael Ashelm

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Im vergangenen Jahr wäre die langjährige Kooperation zwischen der VW-Tochtergesellschaft und dem Bundesliga-Rekordmeister fast zerbrochen. So soll es schon eine schriftliche Absichtserklärung für eine Zusammenarbeit zwischen dem FC Bayern und dem Audi-Konkurrenten BMW gegeben haben. Die endgültige Übereinkunft stoppte der Verein allerdings aufgrund einer „fehlenden Vertrauensbasis“, wie der FC Bayern damals mitgeteilt hat.

          Audi ist wie der Sportartikelhersteller Adidas und der Versicherungskonzern Allianz mit 8,33 Prozent an der Aktiengesellschaft des FC Bayern München beteiligt. Zudem gehört der Vorstandsvorsitzende des VW-Konzerns, Herbert Diess, dem Aufsichtsrat des Klubs an.

          Elektrische Dienstwagen für Bayern-Stars

          Audi verspricht sich von dem aufgewerteten Vertrag eine „strategische Neuausrichtung“, wie Hildegard Wortmann mitteilen ließ, die im Vorstand des Unternehmens für Vertrieb und Marketing zuständig ist. Alexander Seitz, Finanzchef von Audi und auch für den chinesischen Markt zuständig, sieht mit der Vereinbarung „neue, gemeinsame Vermarktungsmöglichkeiten vor allem auch in dem für Audi wichtigsten Wachstumsmarkt China“. Hierbei geht es vor allem um den Absatz der neuen Elektroflotte von Audi. So sollen die Kicker des FC Bayern rein elektrische Dienstwagen erhalten. Auf den Straßen Chinas entscheidet sich voraussichtlich das Rennen in der Elektromobilität. Die Volksrepublik ist der größte und wichtigste Automarkt. Darum geht es Audi. Und in dem Riesenreich gibt es rund 300 Millionen Fußballfans, darum geht es Bayern München.

          Da trifft es sich gut, dass der Fußballweltverband Fifa seine neue und größere Klub-Weltmeisterschaft im kommenden Jahr in China ausrichten wird. Bayern München und Audi könnten dann gemeinsam auftreten. Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandschef des FC Bayern, hob auf die seit mehr als eineinhalb Jahrzehnten vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Audi ab.

          Umsatzmeister FC Barcelona

          Die Münchner gehören zu den umsatzstärksten Klubs der Welt. In der jährlichen Erhebung der Unternehmensberatung Deloitte verteidigte der FC Bayern mit einem Umsatzplus von 5 Prozent auf rund 660 Millionen Euro (ohne Transfererlöse) Platz 4. „Alle großen Klubs in Europa sind zum Wachstum verdammt, um für Titel in Topspieler zu investieren“, sagte Rummenigge der F.A.Z.

          Der spanische Klub FC Barcelona schob sich mit einem Umsatz von 841 Millionen Euro erstmals an die Spitze und löste dort Real Madrid mit 757 Millionen Euro ab. Manchester United verteidigt Platz 3 (712 Millionen Euro). Champions-League-Sieger FC Liverpool (605 Millionen Euro) mit Trainer Jürgen Klopp kommt auf Platz 7. Borussia Dortmund rangiert mit 377 Millionen Euro an zwölfter Stelle, der Revier-Rivale Schalke 04 verbesserte sich mit 325 Millionen um einen Platz auf Rang 15. 

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