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Sipri-Studie : Rüstungsexporte nach Saudi-Arabien florieren

Abrams-M1-Panzer im Gefecht Bild: INTERFOTO

Die fortwährenden Konflikte im Nahen Osten lassen die Exporte dorthin weiter steigen. An der Spitze rangieren unangefochten die Vereinigten Staaten. Deutschland rutscht in der Liste nach unten.

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          Konflikte im Nahen Osten und Asien befeuern den internationalen Waffenhandel. Das Volumen der Rüstungsexporte zwischen 2014 und 2018 legte gegenüber den entsprechenden Vorjahren um insgesamt 7,8 Prozent zu. Dabei übernahmen Hersteller aus den Vereinigten Staaten, Russland, Frankreich und Deutschland den Löwenanteil der Geschäfte. Wichtigste Abnehmer von schwerem Kriegsgerät aus westlicher Produktion sind Saudi-Arabien, Indien, Ägypten sowie Australien, listen die Friedensforscher des Stockholm International Peace Research Institute (Sipri) in ihrer aktuellen Untersuchung auf.

          Ulrich Friese
          Redakteur in der Wirtschaft.

          „Die Vereinigten Staaten belieferten binnen fünf Jahren bis zu 98 Staaten mit Waffen, wobei die gängige Palette von Kampfjets über ballistische Raketen bis hin zu ferngesteuerten Bomben reicht“, sagt Sipri-Direktorin Aude Fleurant. Der Anteil der amerikanischen Militärausrüster am gesamten Exportvolumen der Branche erhöhte sich von 30 auf 36 Prozent. Der entsprechende Wert der russischen Exporteure fiel dagegen in der untersuchten Zeitspanne von 27 auf 21 Prozent, weil Militärs in Indien und Venezuela ihre Bestellungen reduzierten.

          Auch China fiel in der Rangliste der größten Exporteure zurück, weil Aufträge von wichtigen Stammkunden ausblieben. So gehören Hersteller aus der Volksrepublik zu den wichtigsten Ausrüstern der Streitkräfte in Pakistan, Bangladesch oder Algerien. Die größten Abnehmer von amerikanischem Kriegsgerät sind dagegen im Nahen Osten zu finden – allen voran Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE). Angesichts der vielen Konflikte in der Region sind „intelligente Waffensysteme aus westlicher Produktion heiß begehrt“, erklärt Pieter Wezeman, einer der Sipri-Autoren. Das weiß auch Donald Trump.

          Chinas globaler Machtanspruch

          Der amerikanische Präsident brachte nach seinem Besuch in Riad im vergangenen Jahr Waffengeschäfte mit Saudi-Arabien im Gesamtwert von 350 Milliarden Dollar für einen Zeitraum von mindestens zehn Jahren unter Dach und Fach. Profiteure des Trump-Deals sind die Hoflieferanten des amerikanischen Pentagons wie etwa Lockheed-Martin (Kampfjets), Raytheon (Raketensysteme) oder General Dynamics (Panzer). Die Konzerne aus Übersee dominieren seit Jahrzehnten das internationale Rüstungsgeschäft, dessen Volumen sich im Jahr 2018 um 2 Prozent auf rund 1,7 Billionen Dollar vergrößerte.

          Die steigenden Militärausgaben begründet das Londoner Institut für Strategische Studien (IISS) mit dem Etatwachstum in westlichen Staaten, aber auch mit dem globalen Machtanspruch von China. Mit einem jährlichen Rüstungsetat von 643,3 Milliarden Dollar steuern die Vereinigten Staaten fast 39 Prozent aller Aufwendungen bei. Dabei fällt der nominale Anstieg in Übersee zwischen 2017 und 2018 fast so groß aus wie der jüngste Verteidigungshaushalt Deutschlands (45,7 Milliarden Euro).

          Hinter den Vereinigten Staaten rangiert China mit 168,2 Milliarden Dollar. Das Budget der Volksrepublik wuchs angesichts des sich abschwächenden Wirtschaftswachstums im vergangenen Jahr zwar langsamer, aber noch immer um sechs Prozent. In den zehn Jahren zuvor war es jeweils um rund 8 Prozent gewachsen. Das soll sich ändern. Chinas Ministerpräsident Li Keqiang kündigte vor den 3000 Delegierten des Nationalen Volkskongresses in der vergangenen Woche eine Steigerung des offiziellen Wehretats um 7,5 Prozent im Jahr an.

          F-16 Kampfflugzeuge aus Amerika
          F-16 Kampfflugzeuge aus Amerika : Bild: dpa

          Deutschland auf Rang 9

          Das liegt über dem erwarteten Wirtschaftswachstum von bis zu 6,5 Prozent im laufenden Jahr. Die jüngste Zahl gibt allerdings nur die offiziellen Angaben Pekings wieder. Die Londoner Denkfabrik IISS rechnet indessen vor, dass die tatsächlichen Ausgaben um rund ein Drittel höher liegen. Ähnlich sehen das die Kollegen von Sipri. Sie gehen auf Basis der Zahlen von 2017 davon aus, dass die tatsächlichen Ausgaben sogar um 50 Prozent höher liegen als von Peking offiziell verkündet.

          Das chinesische Zahlenwerk ist nach Einschätzung von Fachleuten intransparent, da viele Militärausgaben anderweitig verbucht werden. So enthalte der Wehretat Chinas laut Wezeman nicht die Ausgaben für die demobilisierten Soldaten, die tief im Haushaltsentwurf versteckt seien. Ebenso wenig seien die Kosten für militärische Baumaßnahmen sowie Rüstungsforschung darin abgedeckt. Und auch die Ausgaben für die sogenannte Bewaffnete Polizei, die ein gesondertes Budget hat, obwohl sie Ende 2017 dem Militär unterstellt wurde, ist in dem Etat nicht enthalten. Fragezeichen gebe es auch bei der Finanzierung von Rüstungsimporten, sagt Wezeman. In der Vergangenheit seien Waffenkäufe aus Russland aus Sondertöpfen bezahlt worden.

          In der aktuellen Rangliste der größten Rüstungsetats der Welt rangieren hinter Amerika und China bereits Saudi-Arabien, Russland und Indien. Deutschland belegt Rang 9. Nicht von ungefähr avancierte Saudi-Arabien in der aktuellen Sipri-Liste zum größten Waffenimporteur der Welt. Dahinter folgen die Streitkräfte von Ägypten, Israel und Qatar.

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