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Entlastungspaket : 13-Milliarden-Zuschuss für die Energiesicherheit

Unter Druck: Wirtschaftsminister Robert Habeck Bild: EPA

Die Kosten für die Absicherung des deutschen Stromnetzes steigen. Wirtschaftsminister Habeck macht eine klare Ansage.

          2 Min.

          Die Kosten für die Absicherung des Stromnetzes sind 2021 von 1,4 Milliarden auf einen Rekord von rund 2,3 Milliarden Euro gestiegen. Das geht aus einer Bilanz der Bundesnetzagentur hervor. Die Kosten fließen über die Netzentgelte in die Rechnungen der Verbraucher ein. Sie spiegeln den Aufwand wider, mit dem die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) Reservekraftwerke zuschalten, Regelleistungen einkaufen und Kraftwerke herauf- und herunterfahren, etwa um Schwankungen von Wind- und Sonnenstrom auszugleichen.

          Helmut Bünder
          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.
          Christian Geinitz
          Wirtschaftskorrespondent in Berlin

          Einer der großen Treiber war der starke Anstieg der Großhandelspreise im zweiten Halbjahr. Zugleich mussten die ÜNB für den Ausgleich (Redispatch) höhere Strommengen beschaffen. So hat sich der Aufwand für die Netzstabilisierung durch Markt- und Reservekraftwerke sowie die kurzfristige Beschaffung von Strom am Spotmarkt von 375 auf 986 Millionen Euro beinahe verdreifacht.

          „Die Netzentgelte drohten sich zu verdreifachen“

          Der Anstieg geht weiter. Die für den überregionalen Stromtransport und Netzausgleich verantwortlichen ÜNB 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW sehen „mindestens im laufenden und im kommenden Jahr“ weitere Kostenerhöhungen. Um den damit verbundenen Preisanstieg zu dämpfen, will der Bund aber zum ersten Mal mit einem Zuschuss eingreifen. Wie die Übertragungsnetzbetreiber am Mittwoch ankündigten, könnten sich ihre Netzgebühren dann auf 3,12 Cent je Kilowattstunde einpendeln. Während sich die Entgelte bisher nach dem Netzgebiet der Betreiber richteten, gilt von 2023 an zum ersten Mal ein einheitlicher Wert für ganz Deutschland. Für Kunden im Netzgebiet von Tennet ergibt sich daraus eine leichte Preissenkung, für alle anderen wird es etwas teurer.

          Die neuen ÜNB-Entgelte sind vorläufig. Alles hängt jetzt davon ab, dass der Bund aus dem dritten Entlastungspaket ausreichend Geld bereitstellt, um die Preise zu stabilisieren. Die gesetzliche Grundlage muss nach Auskunft der Konzerne bis Nikolaus stehen, damit der einheitliche Wert 2023 greifen kann. Ohne Bundeszuschuss müssten die Entgelte, welche die ÜNB von den Verteilnetzbetreibern einziehen, um 250 Prozent auf mehr als 10 Cent steigen.

          Damit die entscheidenden Erlösobergrenzen der ÜNB von rund 5,3 Milliarden Euro stabil bleiben, will der Bund knapp 13 Milliarden Euro zuschießen. Das bestätigte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne). Zur Zwischenfinanzierung greife man auf die Überschüsse auf den EEG-Konto zu: „Die Netzentgelte drohten sich zu verdreifachen. Wir sorgen jetzt dafür, dass diese Kostensteigerungen aufgefangen werden und verhindern damit eine zusätzliche Belastung für Industriebetriebe, Mittelstand und Verbraucherinnen und Verbraucher.“

          Ein wichtiger Posten auf der Stromrechnung sind die Ausgleichszahlungen an die Betreiber von Windrädern, die vorübergehend abgeregelt werden mussten, um eine Netzüberlastung zu verhindern. Dieses „Einspeisemanagement“ schlug 2021 allein mit 807 Millionen Euro zu Buche, ein Plus von 6 Prozent.

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