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Zehn Jahre Finanzkrise : Kann es wieder geschehen?

  • -Aktualisiert am

Vor zehn Jahren begann die Bankenwelt Kopf zu stehen Bild: Maximilian von Lachner

Vor zehn Jahren begann in Kalifornien die Finanzkrise. Zeit für einen Blick zurück in die Zukunft: Wie weit sind wir vom Abgrund weggekommen? Ein Gastbeitrag.

          9 Min.

          Musizieren die Investmentbanker wieder auf einer Art „Titanic“? Vor zehn Jahren spielten sie wie ein gut eingeübtes Orchester mit ihren Kreditderivaten und -verbriefungen, ohne zu wissen, dass sie auf einem bald sinkenden Schiff mitfuhren. Kann es, anders gelagert und ausgelöst, wieder geschehen? Nach wie vor ist das europäische Bankensystem unterkapitalisiert, nach wie vor werden Staatsanleihen in den Bankbilanzen nicht realistisch bewertet, nach wie vor fehlt es an Vertrauen in die Banken, nach wie vor ist die eigentliche Regulierung ungenügend.

          Vor zehn Jahren, am 2. April 2007, gab die New Century Financial Corporation (NCFC) bekannt, dass sie Gläubigerschutz nach Chapter 11 des Konkursgesetzes der Vereinigten Staaten beantragen müsse. Die NCFC war der drittgrößte Anbieter von Subprime-Hypotheken, also von Krediten an Hauskäufer, die gar kein Einkommen (no income), keine Arbeit (no job) und kein Vermögen (no assets) hatten. „Ninjas“ nannte man diese Subprime-Kunden verniedlichend.

          Der 2. April 2007 war der Tag, von dem an eine Kursänderung nicht mehr wirklich möglich sein und eines dieser als unsinkbar geltenden Schiffe namens Lehman Brothers knapp 18 Monate später den Eisberg rammen sollte. Wie immer bei Eisbergen lauerte die große Gefahr unter Wasser. Die Ausmaße waren gigantisch: Es kam zu einer Hypotheken-, Finanz-, Banken- und in der Folge einer Weltwirtschaftskrise, die niemand nur im Ansatz erahnt hatte.

          Die ganze Armada drohte zu versinken

          Die letzte Chance zu einer nachhaltigen Kursänderung zuvor gab es im August 2006. Der amerikanische Häuserpreisindex war zu diesem Zeitpunkt zum ersten Mal seit 15 Jahren wieder gefallen. Nur wenige Banken hatten diese Trendwende erkannt und ihre Positionen bereinigt. Für diejenigen, die auf Kurs blieben, war es danach zu spät für eine Richtungsänderung. Zwischen April 2007 und September 2008 gab es auch jenseits einer später offensichtlich gewordenen impliziten Staatsgarantie drei fatale Fehleinschätzungen zur „Unsinkbarkeit“ der Investmentbanken:

          Zum einen zogen die von Banken extra gegründeten außerbilanziell geführten Zweckgesellschaften (Special Purpose Vehicle) ihre Liquiditätsgarantien und kamen so zurück auf die Bankbilanz. Damit hatte niemand gerechnet. Das hat beispielsweise die Industriekreditbank (IKB) zu Fall gebracht.

          Zum anderen zogen die Investoren der Zweckgesellschaften ihre Kreditversicherungen (Credit Default Swaps), was beispielsweise die American Insurance Group (AIG) in den Vereinigten Staaten in die Knie zwang. Auch damit hatte niemand in diesem großen Ausmaß gerechnet.

          Des Weiteren hatte niemand damit gerechnet, dass Investment- und Schattenbanken, Versicherer und das ganze Finanzsystem in Gegengeschäften derart eng miteinander verwoben waren. Mit Lehman ging nur ein Schiff unter, aber die ganze Armada drohte im September 2008 zu versinken.

          Aus den Büchern, aus dem Sinn

          Das surreale System war so lange gutgegangen, wie die Immobilienpreise weiter gestiegen waren. Man verkaufte mit Gewinn und stieg in das nächste teurere Objekt ein. Die Banken vergaben Kredite (und kassierten Gebühren). Die Kredite reichten sie gleich an Spezialisten wie die NCFC weiter. Aus den Büchern, aus dem Sinn: „Originate to distribute“ hieß dieses heute so absurd klingende Geschäftsgebaren mit mehrfach gebündelten, mit Spitzenratings versehenen Wertpapieren, die in den Folgemonaten täglich wertloser wurden. Kaum jemand konnte die Werte berechnen, weil kaum jemand wusste, was wie verpackt worden war.

          Einiges ist seither unternommen worden, um die Finanzmärkte transparenter zu machen und neu zu regulieren. Aber wird dies ausreichen? Ja, this time is different, aber auch die Probleme sind heute zumindest teilweise anders gelagert – vor allem ist in Europa die nach wie vor ungelöste Euro- und EU-Krise quasi noch oben draufgekommen. Griechenland ist das geringste Problem. Italien und Frankreich – das sind die Problemländer. Wie sicher wären denn etwa französische Eurostaatsanleihen, falls Marine Le Pen doch Präsidentin würde? Passiert doch nicht? Wer so denkt, schaue nur in die Vereinigten Staaten, wo ein Präsident Trump an die Macht gekommen ist, mit dem kaum jemand ernsthaft gerechnet hatte.

          Die beiden bis heute größten ungelösten und auch nicht regulierbaren Bankenprobleme sind allerdings die fehlenden neuen, integrierten Geschäftsmodelle für Investment- und Privatkunden-Banking sowie das fehlende Vertrauen in eine weiterhin nicht selten überhebliche Bankenbranche und in deren Aufsichtsbehörden. Der Aufstieg der Bitcoins ist nicht nur eine Folge des technisch Machbaren, sondern auch eines tiefen Misstrauens in alles, was mit Geld und Staat zu tun hat. Die staatlichen Institutionen haben an moralischer Autorität eingebüßt. Ob die „Denke“ der Banker sich gewandelt hat, bleibt abzuwarten. Mit Ethik-Seminaren für Banker und Sonntagsreden der Chefbanker ist es nicht getan.

          „Wir haben in den Abgrund geschaut“

          Um zu wissen, wo wir heute stehen, muss man sich vergegenwärtigen, wie dramatisch die Situation im Verlaufe der Jahre 2007 und 2008 wurde: „Wir haben in den Abgrund geschaut.“ So hat der damalige Bundesfinanzminister Peer Steinbrück den Untergang von Lehman Brothers bezeichnet, als in diesem Meiler der globalen Finanzindustrie die Kernschmelze stattfand, in der zu diesem Zeitpunkt viertgrößten Investmentbank der Welt. Die Lehman-Pleite war wie ein Fukushima für die Finanzindustrie, ein größter anzunehmender Unfall, ein GAU, der eigentlich nicht stattfinden darf. Lehman ging über das Wochenende des 13./14. September unter, weil die amerikanische Regierung Lehman die Rettung verweigerte.

          Wie ahnungslos, blauäugig oder auch intransparent die Finanzindustrie gewesen sein muss, mag verdeutlichen, dass noch am Tag zuvor, am Freitag, dem 12.September 2008, die Deutsche Bank die Postbank übernommen hatte. Und noch heute „zehrt“ die Deutsche Bank davon. Vor wenigen Wochen hat sie abermals eine große Kapitalerhöhung beschlossen, weil viel Kapital für Rechtsstreitigkeiten verschlungen wurde. Die Postbank steht nun mal wieder nicht zum Verkauf, nachdem man sie fast jedem auf dem Markt feilgeboten hatte. Selbst eine so solide Institution wie die Postbank ist heute unverkäuflich.

          Dass die Lehman-Pleite aufgrund der Vernetzung der Banken, Versicherungen, Fonds und anderer Kapital-Kraftwerke nicht überschwappte und die Welt in eine finanz-radioaktive Steinzeit zurückbefördert hätte, ist nur den beherzten Staatseingriffen zu verdanken. „Too big too fail“ kam in aller Munde. Ein solcher beherzter Eingriff war auch die Rettung der Hypo Real Estate (HRE), deren ehemaliger Vorstandsvorsitzender jetzt in München vor einem Strafgericht sitzt, seine Hände in Unschuld wäscht und den schwarzen Peter gerne Finanzminister Steinbrück zuschieben will, obwohl der die HRE gerettet hat.

          Das ist die schmerzliche Lehre, an der auch Marktwirtschaftler nicht vorbeikommen: Am Ende kann nur der Staat retten (und die Steuerzahler bezahlen), weil keine Bank genügend Mittel zur Verfügung hätte und viele Institutionen systemrelevant sind. Sie dürfen nicht kaputtgehen. Daran hat sich nichts geändert. Deshalb macht man Stresstests, schreibt Bankentestamente und erhöht die Eigenmittel.

          Konsens über die Ursachen

          Die Volumina an verbrieften, verpackten, gerateten Hypothekenkrediten in den Zweckgesellschaften hatten ein solches Ausmaß erreicht, dass schon kleinere Störungen große Erschütterungen hervorrufen konnten. 2006 wurden minderwertige Kredite in der Höhe von 450 Milliarden Dollar vergeben. Im selben Jahr überschritt das Volumen aller Kredite außerhalb der Bilanz in den Vereinigten Staaten das Bilanzvolumen der amerikanischen Banken – eine Summe von 10 Billionen Dollar. Bis zum GAU im September 2008 hatten nur wenige diese „finanziellen Massenvernichtungswaffen“ (Warren Buffett) überhaupt verstanden.

          Um daher heute die richtigen Maßnahmen zu ergreifen, braucht es zunächst Konsens über die Ursachen. Hier besteht durchaus Übereinstimmung. Viele Beobachter würden die folgenden drei Thesen unterstützen:

          Erstens neigen Kreditzyklen prinzipiell zur Übertreibung, sowohl im Aufschwung wie in Krisenzeiten. Die Zentralbanken können die Ausschläge ein Stück weit glätten, aber nicht zum Verschwinden bringen. Außerdem besteht für jede Zentralbank die wichtigste Aufgabe darin, Preisstabilität zu sichern. Da eine Kreditzunahme nicht zwingend mit einer höheren Inflation verbunden ist, erfolgen Zinserhöhungen während eines Kreditbooms oft zu spät. In der Krise können Zentralbanken nur den Kollaps des Finanzsystems verhindern und den Geldkreislauf erhalten, aber nicht Kredite reduzieren.

          Einfachste Regeln wurden missachtet

          Eine theoretische Begründung für die Instabilität des Kreditzyklus ist nicht schwer zu erbringen. Real existierende Finanzmärkte sind unvollständig und können deshalb keine effiziente Zuteilung der Liquidität gewährleisten. So kann in bestimmten Segmenten des Finanzmarkts zu viel Liquidität vorhanden sein, was die Preise über die fundamental gerechtfertigte Höhe treibt. Solange es aufwärtsgeht, besteht kein Anreiz, auszusteigen. Bei einem Abschwung tritt dann das umgekehrte Szenario ein: Es fehlt überall an Liquidität. Es tritt ein Marktversagen ein, was den Staat zum Eingriff zwingt, wenn er nicht eine schwere Wirtschaftskrise in Kauf nehmen möchte.

          Zweitens haben viele Banken und bankähnliche Finanzinstitutionen die einfachsten Regeln missachtet, die man in einer Banklehre lernt: Beurteilung des Vermögenswertes und der Tragfähigkeit des Hypothekennehmers; Bewertung durch interne Experten und Risikoadjustierung für die Bilanz; klare Zuordnung im Falle einer Verbriefung und fristenkongruente Rückfinanzierung. Stattdessen zielte man auf eine abenteuerliche Maximierung der Eigenkapitalrendite über so eigenkapitalschonende Konstrukte wie die Zweckgesellschaften.

          Drittens war auch die 2007/2008 bestehende Regulierung alles andere als optimal. Die implizite Staatsgarantie verführte zu Moral Hazard. Die in den Vereinigten Staaten gebräuchliche Vermengung von sozialpolitischen Zielen und Bankenregulierung sanktionierte die Vergabe von Krediten an arme Haushalte, die sich gar kein Haus leisten konnten. Die Geschäftsbanken waren durch zahlreiche Regeln eingehegt, aber nicht das Schattenbankensystem. Die Kreditversicherungen waren gänzlich unbeaufsichtigt. Die Versicherungsaufsicht sah sie als Kreditinstrumente, die von der Bankenaufsicht geregelt werden sollten. Die Bankenaufsichtsbehörden sahen sie als Versicherungsinstrumente.

          „Basel III“ geht in die richtige Richtung

          Doch obwohl es Konsens hinsichtlich der Ursachen gibt, hakt die Umsetzung der Maßnahmen. Das Glas ist immerhin halbvoll. Alle Länder haben ihre Eigenkapitalquoten und Liquiditätsvorschriften verschärft. Das Regelwerk der Baseler Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (Basel III) geht in die richtige Richtung, auch wenn die Regeln zur Risikogewichtung der Aktiva noch nicht vollständig umgesetzt sind. Diese Diskussion wurde gerade erst beim Treffen der G-20-Finanzminister in Baden-Baden geführt. Viele Großbanken haben zwar ihre Bilanzen reduziert und sich von gewissen Geschäftsbereichen getrennt. Aber man muss nicht Berufspessimist sein, um zu erkennen, dass die bisher erreichten Maßnahmen kaum ausreichen werden, um eine mögliche große Finanzkrise zu verhindern. Mindestens fünf Gründe kann man dafür anführen:

          Erstens ist das europäische Bankensystem nach wie vor unterkapitalisiert, und in mehreren südeuropäischen Ländern kann ein Bankrott nur dank der außerordentlichen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank (EZB) verhindert werden. Solange die Zinsen niedrig bleiben, bleibt die Lage stabil. Aber wenn einmal die Zinsen steigen und damit die Bedienung der hohen Staatsschulden teurer wird, ist mit großen Anpassungsschwierigkeiten zu rechnen. Auch wenn vieles in der Nationalökonomie nicht mehr gewiss zu sein scheint, eines bleibt gewiss: Die Zinsen werden steigen – nur wann und wie hoch, ist offen. Und wird sich EZB-Präsident Mario Draghi im Herbst 2019 wirklich ohne eine Zinsanhebung aus dem Amt verabschieden wollen?

          Gute Lage : Arbeitsmarkt in Deutschland blüht auf

          Die im Mai 2010 ausgebrochene Euro-Krise ist zwar keine direkte Folge der Subprime-Krise, aber sie traf auf eine schwer angeschlagene Finanzindustrie. Auch hier ist der Marktwirtschaftler in sich zerrissen, ob das Bail-in für Griechenland gerechtfertigt war. Aber eines ist auch klar: Nach Lehman und nach der Erkenntnis, wie sehr das Finanzsystem zusammenhing, und nach den hohen Verlusten der Banken wollten die europäischen Politiker und auch der überwiegende Teil der Notenbanker kein unkalkulierbares Risiko eingehen. Damit ist der Euro-Rettungspolitik kein Freibrief erteilt, aber 2010 sah die Welt praktisch unkalkulierbarer aus als theoretisch von manchen abgebildet.

          Das führt, zweitens, zur ersten großen Schwäche der jetzigen Regulierung nach Basel III: Eine Regulierung im Sinne einer Begrenzung des Ankaufs einzelner Staatsanleihen ist nicht vorgesehen. Überdies fehlt auch eine Risikogewichtung solcher Staatsanleihen im Risikomanagement der Banken. Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat mehrfach auf diesen Fehler im Regelsystem hingewiesen. Mit anderen Worten: Die Staaten wollen eine harte Regulierung, aber ihr eigenes Finanzgebaren ist davon ausgenommen.

          Regeln können nicht alles lösen

          Drittens: Das Basel-III-Regelwerk ist nicht optimal. Damit sind nicht die Liquiditätspuffer oder die strengeren Eigenkapitalrichtlinien gemeint, die in Höhe und Anrechenbarkeit deutlich präziser sind. Aber selbst falls sich Basel III überall durchsetzen sollte, bleiben die Eigenkapitalquoten aus historischer Sicht immer noch auf einem niedrigen Niveau. Der Hebel (Leverage Ratio) beträgt lediglich fünf Prozent. Noch bis in die siebziger Jahre war es normal, dass das ausgewiesene Eigenkapital mehr als zehn Prozent betrug, und wenn man die stillen Reserven einrechnet, war der Kapitalpuffer noch viel höher. Das ist alles in allem eine nachvollziehbare marktwirtschaftliche Regel, so wie Höchstgeschwindigkeiten auf Autobahnen. Dass Banken heute darüber klagen, dass sie kein Eigenkapital in ausreichendem Maße generieren können, ist keine Folge der strengeren Regulierung, sondern vielmehr der fehlenden zukunftsgerichteten Geschäftsmodelle und des fehlenden Vertrauens in handelnde Personen.

          Das führt, viertens, zur zweiten großen Schwäche von Basel III: Es suggeriert, dass man mit Regeln alles lösen könnte. Das ist falsch, weil sich Vertrauen nicht regeln, sondern nur erarbeiten lässt. Glaubwürdige Verhaltensänderungen sind nur in Ansätzen erkennbar. Dass beispielsweise die offizielle Entschuldigung von Deutsche-Bank-Chef John Cryan so hohe Wellen geschlagen hat, ist ein Zeichen für diese Einschätzung des weiterhin fehlenden Vertrauens. Es bleibt suboptimal, dass versucht wird, Verhalten zu regulieren, wie man Bankgeschäfte macht. Und ob sich die Banker in Zukunft regelkonform verhalten, ist angesichts zunehmender Kritik alles andere als gegeben.

          Fünftens plant die Trump-Administration eine Deregulierung des amerikanischen Finanzsystems. Das Ergebnis dieser Maßnahmen rund um das Dodd-Frank-Gesetz ist noch nicht absehbar. Aber die Äußerung von Finanzminister Steve Mnuchin, einem Ex-Investmentbanker, dass er die Banken als Market Maker stärken möchte, deutet auf eine Schwächung der Volcker-Regel hin. Diese ist seit Juli 2015 gültig und sieht eine Beschränkung des Eigenhandels vor. Unbestritten ist, dass die Märkte mehr Liquidität benötigen, aber ohne Senkung der Standards ist dieses Ziel kaum zu erreichen.

          Ein Paradigmenwechsel ist bislang ausgeblieben

          Anders als in den dreißiger Jahren fand im Anschluss an den Lehman-Schock kein Paradigmenwechsel statt. Dafür ist der Mangel an herzhaften Eingriffen durch eine rekordhohe Regulierungsdichte kompensiert worden. In Tat und Wahrheit ist die Lage nur unübersichtlicher und nur begrenzt vertrauenswürdiger geworden. Das Finanzsystem ist gegen einen erneuten Sturm keineswegs gefeit. Der Kapitän der „Titanic“ hatte bis zum Untergang seines Schiffes übrigens nie eine Havarie mitgemacht oder SOS funken müssen. Das einwandige Schiff mit der prachtvollen Halle ohne durchgehende liquiditätshemmende Schotten ging unter. Danach wurden die Regeln für den Schiffsbau geändert und doppelwandig gebaut.

          Zu den Autoren

          Tobias Straumann ist Titularprofessor für Wirtschaftsgeschichte und Wirtschaftspolitik an der Universität Zürich. Sein Spezialgebiet ist die europäische Währungs- und Finanzgeschichte. Öffentlich bekannt wurde er durch sein Gutachten zu den Ursachen der UBS-Krise 2008.

          Markus A. Will ist Privatdozent für Betriebswirtschaftslehre an der Universität St. Gallen und Kommunikationsberater. Er studierte Volkswirtschaftslehre in Gießen und promovierte über Geld- und Finanzpolitik. Sein Spezialgebiet sind Romane zu Wirtschaftsthemen. 2008 veröffentlichte er „Bad Banker“– einen Thriller über die Finanzkrise 2008.

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