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Verlagswesen : „Es fehlt der Respekt vor schöpferischer Leistung“

Peter Kraus vom Cleff Bild: Peter Peitsch / peitschphoto.com

Der Geschäftsführer des Rowohlt Verlags fordert mehr politischen Einsatz für seine Branche. Dennoch ist Peter Kraus vom Cleff für den Buchhandel nicht pessimistisch. Die hiesigen Leser sind schließlich treu.

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          „Wir brauchen wieder mehr Kulturpolitiker, die nicht nur digital unterwegs sind“, fordert Verlagsmanager Peter Kraus vom Cleff. Denn für Kraus vom Cleff, den kaufmännischen Geschäftsführer der Rowohlt Verlag GmbH, ist der gesellschaftspolitische Rahmen entscheidend für die wirtschaftliche Lage der Buchbranche. Er verzagt deshalb auch nicht am Buchhandel oder am Buchleser. „Ich sehe den Buchhandel nicht pessimistisch“, sagt Kraus vom Cleff trotz aller Konzentrationstendenzen in der Branche kurz vor der Frankfurter Buchmesse, die an diesem Dienstag beginnt und bis einschließlich Sonntag läuft. Mit mehr als 4400 Buchhandlungen sei das Land noch gut bestückt. Und die deutschen Leser sind treu – kaufen sogar wieder leicht mehr.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

          Natürlich gibt es Gegenwind. Marktherausforderungen wie die wachsende Macht des amerikanischen Internethändlers Amazon gehören dazu. Das ist für Kraus vom Cleff aber normales Geschäft eines Kaufmanns. Schwerer wiegen jene Hindernisse, die das staatliche Regelwerk setzt. Da blickt der Verlagsmanager nach Berlin und wünscht sich mehr Verständnis und Engagement für seine Branche und die Urheber, sprich die Autoren. Zum Beispiel bei der Frage des Mehrwertsteuersatzes. Für Kraus vom Cleff wäre es logisch und innovationsfreundlich, den reduzierten Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent nicht nur auf gedruckte Bücher, sondern auf alle digitalen Verlagserzeugnisse auszuweiten, also auch auf E-Books, Datenbanken oder medial angereicherte und zum Beispiel mit Videoclips versehene Digitalprodukte. Der Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) zeigt sich bisher eher zugeknöpft und möchte nur den schlichten elektronischen Büchern das Privileg des geringeren Steuersatzes zugutekommen lassen.

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