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Rohstoffe : Hohe Kosten belasten Marktführer Alcoa

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Hohe Kosten haben den Gewinn des weltgrößten Aluminiumkonzerns Alcoa gedrückt. Der Versuch des Branchenzweiten Alcan, sich durch die Übernahme von Pechiney zum Weltmarktführer aufzuschwingen, stößt unterdessen auf Widerstand.

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          Hohe Energie- und Materialkosten sowie Zuwendungen an die Mitarbeiter haben das Ergebnis des weltgrößten Aluminiumerzeugers Alcoa im zweiten Quartal belastet. Bei der Vorlage der Quartalszahlen berichtete das Unternehmen zudem von einer nach wie vor schwachen Nachfrage. Bis zum Jahresende sollen die Kosten um eine Milliarden Dollar verringert werden, bis jetzt hat Alcoa 872 Millionen Dollar eingespart. Da sich die Bedingungen am Markt nach Einschätzung des Unternehmens nicht verbessern, will sich der Aluminiumproduzent auf die Steigerung seiner Produktivität konzentrieren.

          Der Konzern, der Metall für zahlreiche Produkte von Konservendosen bis hin zu Flugzeug- und Autoteilen liefert, teilte nach Börsenschluß in New York mit, der Netto-Gewinn sei auf 216 Millionen von 232 Millionen Dollar vor einem Jahr oder auf 26 (27) Cent je Aktie gesunken. Ohne Berücksichtigung von Einmalaufwendungen habe der Gewinn je Aktie 27 Cent betragen. Analysten hatten im Schnitt einen Gewinn pro Anteilschein von 24 Cent vorausgesagt.

          Auftakt im Quartalsreigen

          Alcoa ist das erste im Dow-Jones-Index gelistete Unternehmen, das seine Ergebnisse für das zweite Quartal vorlegt. Die Aktien des Konzerns zogen am Dienstag nachbörslich auf 26,90 von 25,81 Dollar bei Schluß der Wall Street zu.

          Alcoa hatte zu Beginn des Jahres eine umfangreiche Umstrukturierung eingeleitet, um der schwachen Nachfrage der Luftfahrtindustrie und der Hersteller von Gasturbinen zu begegnen. Niedrigere Passagierzahlen der Fluggesellschaften haben zu geringeren Aufträgen für neue Flugzeuge geführt. Zudem sind zahlreiche Energieunternehmen wegen finanzieller Probleme gezwungen, Aufträge für neue Turbinen zu verschieben oder zu stornieren.

          Pechiney weist Übernahmeangebot von Alcan zurück

          Der Verwaltungsrat der französischen Pechiney hat unterdessen das Gebot von 41 Euro je Aktie der kanadischen Alcan einstimmig zurückgewiesen. Das Gremium sei zu dem Schluss gekommen, es handele sich um eine “feindliche Offerte“, sagte ein Mitglied des Verwaltungsrats nach der Beendigung der Sitzung. Das Mitglied des Gremiums meinte, der Ausgang der in acht Tagen stattfindenden Sitzung der EU-Wettbewerbsbehörde zu dem Gebot von Alcan sei ungewiss. Seit dem ersten Versuch von Pechiney und Alcan zu fusionieren, hätten die Wege der beiden Unternehmen sich getrennt.

          Angesichts der schwierigen Situation der Branche will der kanadische Konkurrent Alcan seine Position durch die Übernahme des französischen Pechiney-Konzerns für 3,9 Milliarden Euro stärken. Sollte Alcan mit dem Übernahmeversuch Erfolg haben, entstünde ein Aluminiumproduzent mit einem Jahresumsatz auf Pro-Forma-Basis von 24 Milliarden Dollar. Der neue Konzern würde den bisherigen Branchenprimus Alcoa von der Spitze verdrängen; dieser hatte 2002 Erlöse von 20,3 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

          Alcoa kündigte dagegen an, sich auf interne Verbesserungen der Produktivität konzentrieren zu wollen. Eine saisonal belebte Nachfrage der Verpackungs- und Bauindustrie und hohe Auslieferungen von Aluminiumbarren haben nach Angaben des Unternehmens zu einer Steigerung des Umsatzes um sechs Prozent auf 5,5 Milliarden von 5,20 Milliarden Dollar vor einem Jahr beigetragen.

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