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Rogoffs Rechenfehler : Schulden schaden

Das ist ein gefundenes Fressen für alle Gegner der Sparpolitik. Eine Studie über den Zusammenhang von Staatsschulden und Wachstumsschwäche hat angeblich Fehler. Ein linksgerichteter Publizist rief schon den „Tod der Sparpolitik“ aus. Nichts wäre falscher als das.

          Drei Ökonomen haben in einer berühmten Studie des früheren IWF-Chefvolkswirts Kenneth Rogoff zum Zusammenhang von Staatsverschuldung und Wachstumsschwäche angeblich gravierende Fehler gefunden, die das Ergebnis verfälscht hätten.

          Im Wesentlichen fehlen ihnen ein paar Zahlen aus der Nachkriegszeit, als einige Staaten - etwa Neuseeland - trotz hoher Verschuldung starkes Wachstum aufwiesen. Aber ist das für die heutige Diskussion relevant?

          Ein linksgerichteter Publizist in Amerika rief nach der Anti-Rogoff-Studie schon den „Tod der Sparpolitik“ aus. Nichts wäre falscher als dies. Rogoff, seine Kollegin Carmen Reinhart sowie andere Wissenschaftler haben überzeugend argumentiert, dass bei einer Staatsschuldenquote oberhalb von etwa 90 Prozent die Wirtschaft schwächer wird. Dafür gibt es plausible Erklärungen. Sind die öffentlichen Schulden erdrückend groß, muss der Staat auf Dauer hohe Steuern erheben. Diese bremsen die Wirtschaft, es wird weniger investiert, die Leistungsanreize werden geringer.

          Es wäre fahrlässig, wenn die Politik jetzt den Schaden übermäßiger Schulden zu leugnen begänne.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

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