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Wirtschaftspolitik : Röttgen wirbt im Rennen um den CDU-Vorsitz mit Merz-Themen

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Norbert Röttgen will neben außenpolitischen Themen auch mit Positionen in der Wirtschaft punkten. Bild: AFP

In dieser Woche konnte Norbert Röttgen als gefragter Gesprächspartner zur Präsidentenwahl in Amerika glänzen. Nun bekennt er sich in den Wirtschaftsthemen als Ordoliberaler. Damit will er Anhänger seines Konkurrenten Merz von sich überzeugen.

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          Der CDU-Vorsitzkandidat Norbert Röttgen wirbt mit der Betonung von Wirtschaftsthemen um Anhänger seines Konkurrenten Friedrich Merz. „Ich war schon immer ein Ordoliberaler“, sagte er dem „Spiegel“. „Nach der Pandemie bedarf es einer wirtschaftspolitischen Neuausrichtung der CDU auf einer klaren ordnungspolitischen Grundlage.“ Er lade seine Partei ein, ihr „ordnungspolitisches Profil als Markenkern der CDU zu schärfen“, sagte er und fügte hinzu. „Das wird uns nur mit einem integrativen Führungsstil gelingen.“

          Er bezieht damit Positionen, für die bisher vor allem der konservative Wirtschaftspolitiker Merz stand. Röttgen wurde bisher eher als Außenpolitiker wahrgenommen. Sein Rat zu einem „integrativen Führungsstil“ kann als Spitze gegen Merz verstanden werden, der sich empört über die Verschiebung des CDU-Wahlparteitags wegen der Corona-Pandemie gezeigt, das „Parteiestablishment“ angegriffen und dem dritten Kandidaten, dem nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten Armin Laschet, persönliche Vorwürfe gemacht hatte. Merz wurde danach vorgeworfen, die Partei zu spalten.

          In der Mitgliederbefragung des CDU-Nachwuchses Junge Union hatte Röttgen kürzlich überraschend den zweiten Platz belegt (28 Prozent), erwartungsgemäß mit Abstand hinter Merz (52), aber doch vor Laschet (20).

          In der Bundestagsfraktion hat Röttgen durchaus Unterstützer. Der Abgeordnete Kai Whittaker aus Baden-Württemberg sagte dem Nachrichtenmagazin, Christdemokraten „aus jedem Lager“ könnten sich hinter Röttgen versammeln. „Deshalb ist er vom Außenseiter zum aussichtsreichen Kandidaten geworden.“

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