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Samwer-Brüder investieren : Eine halbe Milliarde für Essen aus dem Netz

  • Aktualisiert am

Ein Mann hält eine Pizza im Lieferkarton Bild: Picture-Alliance

Die Internetbeteiligungsgesellschaft Rocket Internet zahlt fast 500 Millionen Euro für einen Anteil an der Berliner Bestellplattform Lieferheld. Das bringt den Markt für solche Dienste wieder in Schwung.

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          Sie heißen Lieferheld.de, Pizza.de, Lieferservice.de oder Lieferando und haben alle dasselbe Geschäftsmodell: Sie vermitteln über das Internet Restaurants aus allen kulinarischen Richtungen an Menschen, die zum Beispiel die Pizza lieber auf dem heimischen Sofa aus der Pappschachtel verspeisen als bei Kerzenschein beim Italiener um die Ecke. Dafür behalten die Plattformen einen ein- bis zweistelligen Anteil an den Umsätzen der Lieferanten. Der Markt für diese Bestellplattformen ist schon seit einiger Zeit in Bewegung. So stieg im vergangenen Jahr das hinter Lieferservice.de stehende holländische Unternehmen bei Lieferando ein. Im August kaufte dann die hinter Lieferheld.de stehende Delivery-Hero-Gruppe aus Berlin die Plattform Pizza.de.

          Jetzt bekommt der Markt abermals neuen Schwung. Am Freitag teilte die inzwischen börsennotierte Internetbeteiligungsgesellschaft Rocket Internet AG mit, einen 30-Prozent-Anteil an Delivery Hero zu kaufen. Kostenpunkt: rund 496 Millionen Euro. Damit ist Delivery Hero nun insgesamt gut 1,65 Milliarden Euro wert. Das Unternehmen sieht sich mit mehr als 90.000 auf seinen Angeboten gelisteten Partnerrestaurants selbst als führende global agierende Bestellplattform. Derzeit ist es in 24 Ländern aktiv, darunter in Deutschland, Großbritannien oder in der Schweiz. Aber auch Online-Plattformen in Chile, Ecuador oder Südkorea gehören zu der Gruppe.

          Am Mittag wollte Rocket Internet auf einer Pressekonferenz in London weitere Details zu dem Kauf bekanntgeben. Vorab teilte die vom deutschen Internetunternehmer Oliver Samwer geführte Beteiligungsgesellschaft in einer im Internet veröffentlichten Mitteilung mit, dass sie den Online-Handel mit Lebensmitteln als einen der Wachstumsmärkte der Zukunft ausgemacht habe. Dieses Marktsegment habe seit dem Börsengang im Herbst eine „Schlüsselrolle im Rahmen der Unternehmensaktivitäten von Rocket eingenommen“, hieß es weiter. Aus diesem Grund gab das Unternehmen am Freitag auch bekannt, die Aktivitäten im Online-Handel mit Lebensmitteln in einer Gruppe zu bündeln. Neben dem Anteil an Delivery Hero gehören dazu auch die ebenfalls am Freitag bekannt gegebenen Akquisitionen der spanischen Bestellplattform „La Nevera Roja“ und des italienischen Anbieters Pizzabo. Im vergangenen Jahr hatte Rocket schon seine Online-Modehändler in einer Gruppe zusammengefasst.

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