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Stellenabbau in Augsburg : Roboterhersteller Kuka streicht 350 Stellen

  • Aktualisiert am

Kuka legt die ersten Zahlen unter dem neuen Eigentümer vor. Bild: dpa

„Wir sind uns bewusst, dass das kein einfacher Weg wird“, sagt Kuka-Chef. Der Betriebsrat sagt, dass daran nicht der chinesische Eigentümer schuld ist.

          Der Roboterbauer Kuka will an seinem Unternehmenssitz fast jede zehnte Stelle streichen. In diesem Jahr sollen 350 Vollzeitstellen in Augsburg wegfallen, wie das mehrheitlich dem chinesischen Midea-Konzern gehörende Unternehmen mitteilte. „Wir sind uns bewusst, dass das kein einfacher Weg wird“, sagte Interimsvorstandschef Peter Mohnen.

          Bislang hat Kuka in der schwäbischen Stadt rund 4000 Mitarbeiter, weltweit sind mehr als 14.000 Menschen in dem Technologiekonzern beschäftigt. Bis 2021 will Kuka 300 Millionen Euro einsparen, ein hoher zweistelliger Millionenbetrag könnte schon 2019 fällig werden. Das Kostensenkungsprogramm hatte Mohnen bereits im Januar angekündigt. Eine konkrete Zahl von zu streichenden Jobs wurde damals aber noch nicht genannt.

          Im Januar hatte Mohnen auch betont, der Vorstand sehe sich bei dem Stellenabbau nicht an die Beschäftigungsgarantie gebunden, die Midea bei der Übernahme gegeben hatte. Was der Kuka-Vorstand mache, habe nichts mit der Beschäftigungsgarantie von Midea zu tun.

          Betriebsratschef Kolb betont: „Midea ist an der Misere nicht schuld.“ Die chinesische Übernahme des Roboterbauers in 2016 löste eine Debatte über einen drohenden Technologieabfluss aus.

          Die Ziele für das vergangene Jahr hatte Kuka mehrfach reduziert, letztlich schrumpfte der Umsatz um fast sieben Prozent auf 3,2 Milliarden Euro. Die Auftragseingänge reduzierten sich um mehr als acht Prozent auf 3,3 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern schrumpfte 2018 mit 34,3 Millionen Euro auf ein Drittel des Vorjahreswertes. „Das Ergebnis des vergangenen Jahres ist nicht zufriedenstellend“, erklärte Mohnen.

          Mohnens eigener Arbeitsplatz ist auch nach wie vor nicht sicher: Der chinesische Midea-Konzern zögert, ihn dauerhaft zum Vorstandschef zu berufen.

          Für 2019 rechnet Kuka mit einer leicht steigenden Nachfrage. Wachstum werden vor allem aus Asien und hier insbesondere aus China erwartet. Der Umsatz werde leicht auf rund 3,3 Milliarden Euro steigen.

          Jüngst hatte Kuka einen Großauftrag von dem China-Joint-Venture FAW-Volkswagen an Land gezogen. Für einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag soll in der Volksrepublik eine Batterie-Montagelinie hochgezogen werden. Der Auftrag wurde im vierten Quartal 2018 verbucht.

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