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Hedgefonds-Chef Mercer : Trump-Geldgeber zieht sich zurück

  • Aktualisiert am

Robert Mercer im März 2017 in Washington Bild: Getty

Robert Mercer unterstützte Donald Trump im Wahlkampf, seine Familie protegierte lange den ehemaligen Chefstrategen Steve Bannon. Nun wendet sich der Milliardär ab – zumindest ein Stück weit.

          Robert Mercer wirkt im Hintergrund. Öffentliche Äußerungen sind rar – und doch ist der Hedgefonds-Manager spätestens seit dem vergangenen Jahr in den Vereinigten Staaten auch der breiten Öffentlichkeit bekannt. Denn er gehörte zu den großen Geldgebern der Wahlkampagne Donald Trumps. Zudem hat er in das rechte Nachrichtenportal Breitbart investiert, zu dem der ehemalige Chefstratege des Präsidenten im Weißen Haus, Steve Bannon, jüngst zurückgekehrt ist.

          Rebekah Mercer, eine der drei Töchter Robert Mercers, gilt als treibende Kraft hinter dem Aufstieg Bannons in den engsten Führungszirkel zunächst um den Wahlkämpfer Trump und später dann um den gewählten Präsidenten. Sie soll Medienberichten zufolge auch auf Bannon eingeredet haben, seine Position im Weißen Haus trotz steigender Kritik nicht zu räumen.

          „Ich bin kein Rassist“

          Robert Mercer wiederum geht nun auf Distanz zu Trump und dessen Umfeld – zumindest teilweise. Und er zieht sich von der Spitze des wesentlich auf durch Computerprogramme gesteuerte Wertpapierkäufe spezialisierten Hedgefonds Renaissance Technologies zurück. Der Brief an seine Mitarbeiter, den das Magazin „Fortune“ im Internet veröffentlicht hat, liest sich in weiten Teilen indes nicht wie eine persönliche wirtschaftliche Bilanz, sondern eher wie eine politische Erklärung.

          „Von den vielen falschen Charakterisierungen meiner Person in der Presse war die abscheulichste die Unterstellung, ich sei ein weißer Rassist oder ein Mitglied einer anderen verderblichen Gruppe“, schreibt Mercer demnach, und fügt hinzu: „Diskriminierung auf der Basis von Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, Glauben oder irgendetwas in dieser Hinsicht ist abscheulich für mich.“

          Und dann geht er auf sein Verhältnis zu Bannon ein. „Ich habe großen Respekt vor Herrn Bannon und diskutiere mit ihm von Zeit zu Zeit Politik. Allerdings treffe ich meine eigenen Entscheidungen darüber, wen ich politisch unterstütze. Diese Entscheidungen stimmen nicht immer mit denen von Herrn Bannon überein.“

          Ausdrücklich erklärt er auch, warum er den rechten Blogger Milo Yiannopoulos unterstützt hat – in der Hoffnung, einer freieren Meinungsäußerung Geltung zu verschaffen. In ihm habe er, Mercer, sich allerdings getäuscht. Äußerungen des Bloggers hätten eher zur Spaltung beigetragen und seien letztendlich seinem Ziel zuwider gelaufen, resümiert er nun.

          Mercer erklärt in dem Schreiben auch, dass er sich politisch auf der konservativen Seite engagiere: Aus der Überzeugung heraus, dass er einen kleineren, eher schlanken Staat als vorteilhaft für die Allgemeinheit erachtet.

          Nun zieht sich Mercer als Co-Chef des Hedgefonds zurück. Und aus persönlichen Gründen, wie er schreibt, verkauft er ebenfalls seine Anteile an Breitbart. Sie bleiben jedoch in der Familie, seine Töchter sollen sie erhalten.

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