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Telefonieren im Ausland : Roaming ohne Ende

Die Folgen der Entscheidung der EU-Kommission zu Telefongebühren im Ausland: Rechtsunsicherheit für die Kunden und bürokratischer Irrsinn für die Telekombranche.

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          Wir schaffen die Roaminggebühren ab. Von Mitte des Jahres 2017 an können die Europäer ihr Handy ohne Zusatzkosten im Ausland nutzen. Mit diesem Versprechen wirbt die Kommission seit Monaten für die so ungeliebte Europäische Union. Eines verschwieg die Kommission dabei: Abgeschafft werden die Roaminggebühren nur für die Reisenden, die ihr Handy im „normalen“ Umfang im Ausland nutzen. So haben es EU-Staaten und Europaparlament beschlossen, um die Telekomkonzerne nicht zu überfordern. Umso größer war der Aufschrei, als die Kommission vor zwei Wochen vorschlug, das „Ende“ der Roaminggebühren auf 90 Tage im Jahr zu begrenzen.

          Nun verzichtet die Kommission in Brüssel auf jedes Zeitlimit und alle sind zufrieden. Dabei läuft ihr neuer Vorschlag im Kern auf dasselbe hinaus: Wer sich lange im Ausland aufhält, muss auch nach dem Jahre 2017 Roaminggebühren zahlen. Da es dafür keine klaren Grenzen mehr gibt, müssen die Telekomkonzerne solche Kunden jedoch abmahnen, sich dabei eng mit den Regulierern abstimmen und ihre Ansprüche im Zweifel vor Gericht durchsetzen. Die Folge wird sein: Rechtsunsicherheit für die Kunden und bürokratischer Irrsinn für die Telekombranche. So ist das, wenn man Versprechen gibt, die man nicht halten kann.

          Hendrik Kafsack
          Wirtschaftskorrespondent in Brüssel.

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