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Risiko weiterer „Schocks“ : Moody’s stuft deutsche Banken herab

  • Aktualisiert am

Prominentestes Opfer der Abstufungswelle ist die Commerzbank Bild: AFP

Die Ratingagentur Moody’s hat zu einem Rundumschlag gegen deutsche Banken ausgeholt. Wegen der sich zuspitzenden Krise und dem höheren Risiko setzte Moody’s die langfristige Bonitätsbewertung von sieben Instituten in Deutschland herab.

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          Die Ratingagentur Moody’s hat die Kreditwürdigkeit der Commerzbank und mehrerer deutscher Banken herabgestuft. Grund sei die Gefahr weiterer Erschütterungen durch die Schuldenkrise in der Eurozone, teilte Moody’s am Mittwoch mit. Für die Commerzbank, die zweitgrößte deutsche Bank, wurde die langfristige Bonität um einen Punkt auf „A3“ gesenkt und der Ausblick negativ bewertet. Das bedeutet, dass Moody’s die Gefahr einer weiteren Herabstufung sieht.

          Auch die DekaBank, die DZ Bank, die Landesbanken LBBW und Helaba sowie die deutsche Filiale der italienischen Unicredit wurden um einen Punkt herabgestuft. Die Bonität der NordLB wurde um zwei Punkte herabgestuft, während die Kreditwürdigkeit der WGZ Bank beibehalten wurde.

          Die Überprüfung der Bonität der Deutschen Bank dauere an, teilte Moody’s mit. Die Ratingagentur hatte Mitte Februar angekündigt, die Kreditwürdigkeit von mehr als hundert europäischen Banken zu überprüfen.

          Insgesamt senkte Moody’s die Bewertungen von sieben deutschen und drei österreichischen Banken. In Österreich wurden Unicredit Austria und die börsennotierte Raiffeisen Bank gesenkt. Die Erste Bank erlebte sogar eine Herabstufung um zwei Noten auf „A3“. Die Risiken durch Problemkredite in osteuropäischen Kernmärkten österreichischer Banken bleiben nach Ansicht der Ratingagentur weiter hoch. Als weiteren Grund für die Herabstufung nannte Moody’s das vergleichsweise geringe Eigenkapital österreichischer Banken. Zwar habe es in den vergangen Jahren einige Verbesserungen beim Kernkapital gegeben, doch im Vergleich mit anderen europäischen Banken hätten die drei großen österreichischen Institute für ihre Risikoprofile noch immer wenig Eigenkapital.
           

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