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Rheinmetall-Chef im Gespräch : „Hier gibt man uns nicht mal die Hand“

Vermisst ein klares Bekenntnis der Politik: Armin Papperger sieht die Rüstungsindustrie in Deutschland nicht anerkannt. Bild: Edgar Schoepal

In Australien winkt dem Rüstungskonzern Rheinmetall der nächste Großauftrag für Panzer. Dort fühlt sich Vorstandschef Armin Papperger willkommen – anders als in Deutschland.

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          Kürzlich war Armin Papperger auf Dienstreise in Australien. Das hochkarätige Programm hat den Vorstandsvorsitzenden des Düsseldorfer Rüstungs- und Autozulieferkonzerns Rheinmetall spürbar begeistert. Erster Tag: Treffen mit dem australischen Premierminister Scott Morrison. „Er kam in unsere Lastwagen-Fertigung, gemeinsam mit sechs Ministern“, berichtet Papperger der F.A.Z. in einem seiner seltenen Interviews. Zweiter Tag: Besuch der Ministerpräsidentin des Bundesstaats Queensland im neuen Panzerwerk des Konzerns in Brisbane. Dritter Tag: Eröffnung des Rheinmetall-Technologiezentrums Supashock in Adelaide mit 120 Gästen, vorwiegend aus Politik und Militär. „Das wäre in Deutschland unvorstellbar“, sagt Papperger. „Hier gibt man uns nicht mal die Hand, weil sie sagen: ‚Das ist Defense-Industrie, das ist gefährlich.‘ Dabei produzieren wir Güter für die Sicherheit dieses Landes.“

          Jonas Jansen

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Christine Scharrenbroch

          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Vor wenigen Tagen seien 100 Demonstranten vor seinem Privathaus aufgetaucht. Der Rheinmetall-Chef beklagt eine „öffentliche Hetzkampagne“ gegen seine Branche. „Ich würde mir wünschen, dass die Politik mal ganz klar sagt, dass wir die Rüstungsindustrie in Deutschland brauchen“, sagt Papperger, der sein gesamtes Berufsleben bei Rheinmetall verbracht hat und seit sechs Jahren an der Spitze steht. In Australien dagegen fühlt der 56 Jahre alte Diplom-Ingenieur sich und Rheinmetall höchst willkommen. „Das ist mehr als nur ein Auftrag, das ist eine strategische Partnerschaft, die sehr lange dauern wird.“ Die Verhandlungen über die erste große Bestellung – 2500 militärische Lastkraftwagen – begannen vor zehn Jahren. Die Australier hätten damals gefragt: „Habt ihr Europäer überhaupt Muße, Zeit und auch Power, auf der anderen Seite der Welt so etwas zu machen?“ Rheinmetall bewarb sich und bekam 2013 den Zuschlag. Volumen: 1,2 Milliarden Euro.

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