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Retter in der Corona-Krise : Wird China jetzt die Weltmacht Nummer eins?

Löst China bald Amerika als Weltmacht ab? Bild: EPA

Die Pandemie mischt die Karten neu: Während Amerika zu einem Zentrum der Corona-Krise wird, präsentiert sich China als starker Helfer. Wird die Volksrepublik nun zur führenden Weltmacht?

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          Als Xia Zhi, Anfang zwanzig und aus der chinesischen Ostküstenprovinz Shandong, am Dienstagmorgen aufwacht, wirkt China auf einmal wie die Weltmacht Nummer eins. Xia, Mitglied der Kommunistischen Partei, weiß um die „vielen Defizite“ ihres Landes. In dessen geographischer Mitte, in Wuhan, hindern dieser Tage laut chinesischen Medien Zivilpolizisten die trauernden Menschen daran, die Warteschlangen vor den Bestattungsinstituten zu fotografieren, an deren Ende die Asche der vom Virus getöteten Angehörigen wartet. Doch Xia liebt ihr Land. Sie ist stolz, als sie wie 27 Millionen weitere Chinesen am Dienstag die Berichte unter dem Schlagwort „Deutsche Regierungsbeamte bitten China um Hilfe“ liest. Zu erfahren ist, dass der Heinsberger CDU-Landrat Stephan Pusch bei dem „sehr geehrten Herrn Staatspräsident Xi Jinping“ nicht nur um Schutzkleidung und Ärzte angefragt hat, sondern auch um Hilfe beim „Wiederaufbau“ des unter dem Virus stark leidenden Kreises: „Ich bitte um die Unterstützung der Volksrepublik China.“

          Hendrik Ankenbrand
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.
          Winand von Petersdorff-Campen
          Wirtschaftskorrespondent in Washington.

          Die Volksrepublik zeige Solidarität und Menschlichkeit, während Amerikas Präsident Donald Trump nur „von seinem eigenen, offensichtlich schlechten Krisenmanagement abzulenken“ versuche. Das Fazit aus Deutschland: „,America first’ wird uns bei der Bewältigung der Krise nicht weiterhelfen.“

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