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Retourkutsche : China klagt gegen Anti-Dumping-Zölle

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Streit über die blauen Zellen: Erst bestrafte Amerika Chinas Solarfirmen, jetzt gibt es die Retourkutsche Bild: dpa

Vergangene Woche verhängten die Vereinigten Staaten Strafzölle auf Solarmodule und Stahlprodukte aus China. Doch die Chinesen wollen das nicht akzeptieren - und klagen jetzt vor der WTO.

          China will die Strafzölle der Vereinigten Staaten auf Solarmodule und Stahlprodukte nicht akzeptieren. Das Land reichte am Freitag Klage bei der Welthandelsorganisation (WTO) ein. Dabei geht es nach Angaben Chinas um Strafzölle auf Exporte von 22 Produktgruppen im Volumen von 7,3 Milliarden Dollar.

          Die Vereinigten Staaten hatten jüngst im scharfen Konkurrenzkampf mit den chinesischen Herstellern Strafzölle verhängt. Sie hatten dabei etwa im Fall der Solarmodule argumentiert, die chinesischen Hersteller würden sich mit Hilfe staatlicher Subventionen Wettbewerbsvorteile verschaffen. Die Anti-Dumping-Zölle sollen Preise unter einem vom amerikanischen Handelsministerium festgestellten „fairen Marktwert“ ausgleichen. Die chinesische Regierung weist die Vorwürfe zurück.

          An der Börse hatte die  Entscheidung für die Anti-Dumping-Zölle vor knapp einer Woche für einen Höhenflug deutscher Solarwerte gesorgt. Der Kurs von Solarworld war zeitweise mit zweistelligen Prozentraten gestiegen.

          Die Vereinigten Staaten und China streiten sich seit Jahren in Handelsfragen. Daher hatten Beobachter die jüngsten amerikanischen Strafzölle auch als Retourkutsche gewertet. Denn China erhebt seit einigen Monaten sogenannte Anti-Dumping-Zölle für Autoimporte aus den Vereinigten Staaten.

          Dabei hatten die Chinesen ebenso argumentiert wie Amerika jetzt: die Produktion werde subventioniert, was der Branche im Verkaufsland schade.

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