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Repräsentative Befragung : Studenten kritisieren Studienstruktur

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Gern an der Uni sind die meisten Studenten schon. Wenn doch bloß das Studium besser aufgebaut wäre! Bild: dpa

Zwar studiert die Mehrzahl der Studenten gern an ihrer Hochschule, doch sind die meisten unzufrieden mit dem Aufbau und der Struktur ihrer Studiengänge. Das geht aus einer repräsentativen Befragung des HIS-Instituts und der Uni Konstanz hervor.

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          Nur knapp die Hälfte aller Studierenden ist mit dem Aufbau und der Struktur ihrer Studiengänge zufrieden. Das geht aus dem Studienqualitätsmonitor des HIS-Instituts für Hochschulforschung und der AG Hochschulforschung der Uni Konstanz hervor. Die Studierenden sehen sich außerdem hohen, teils zu hohen Leistungsanforderungen ausgesetzt. Die Einschätzungen der Studierenden legen zudem nahe, dass ihnen Rückmeldungen der Lehrenden sowohl hinsichtlich ihrer Leistungen als auch der Studienplanung fehlen.

          Trotz dieser kritischen Punkte gab die Mehrzahl der befragten Studenten an, gern an ihrer Hochschule zu studieren. Mehr als zwei Drittel waren im Sommersemester 2012 mit der Vorbereitung der Dozenten auf die Lehrveranstaltungen und mit dem Engagement der Lehrenden bei der Stoffvermittlung zufrieden oder sogar sehr zufrieden. Die Beratung in Sprechstunden, informellen Gesprächen oder per E-Mail erhielt ebenfalls ein gutes Urteil. Positiv bewertet wurde in vielen Bereichen auch die sachliche und räumliche Ausstattung, beispielsweise die Öffnungszeiten der Bibliothek, die Zugänglichkeit zum W-Lan der Hochschule und die Öffnungszeiten der EDV-Räume.

          Der Studienqualitätsmonitor ist eine bundesweit repräsentative Online-Befragung. Sie wertete diesmal Antworten von rund 49.000 Studierenden aus dem Sommersemester 2012 aus. Auch in den Vorjahren gab es die Erhebung schon. In vielen Bereichen gelangten die Studenten diesmal zu einem positiveren Urteil als noch 2008. Mit Blick auf den Hauptkritikpunkt Aufbau und Struktur der Studiengänge hat sich allerdings seitdem nur wenig getan.

          Der Studienqualitätsmonitor fragt auch danach, ob Unis oder Fachhochschulen bei den Studenten besser ankommen. Das Ergebnis: In vielen Bereichen gewinnen die Fachhochschulen. FH-Studenten schätzen vor allem den Praxisbezug im Studium und die Vorbereitung auf den Beruf deutlich besser ein als Universitätsstudenten. Aber auch hinsichtlich der Abstimmung und Organisation der Lehre, der Betreuung und Beratung durch die Lehrenden, der räumlichen Ausstattung, der Verfügbarkeit von EDV-Arbeitsplätzen und der Beratungs- und Serviceeinrichtungen der Hochschule fällt das Urteil der Studierenden an den Fachhochschulen besser aus als an den Universitäten. FH-Studenten berichten auch seltener von zu hohen Studienanforderungen oder zeitlichen Verzögerungen im Studium. Und sie klagen weniger häufig über überfüllte Hörsäle und Seminarräume.

          Die Universitäten haben aber auch ihre Vorteile. Sie erhalten aus Sicht der Studierenden bessere Noten für die Wissenschafts- und Forschungsbezüge in der Lehre, für die Wahlmöglichkeiten bei Kursen und Modulen, den Zugang zu Fachliteratur und die Betreuung in Tutorien. Unistudenten fühlen sich in höherem Maße als ihre Kommilitonen an den Fachhochschulen im bisherigen Studium in ihrer Autonomie, im kritischen Denken, im Erwerb von Fachkenntnissen und der Fähigkeit zum wissenschaftlichen Arbeiten gefördert.

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