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Jean-Paul Delevoye : Macrons Renten-Architekt tritt zurück

  • Aktualisiert am

Jean-Paul Delevoye nimmt seinen Hut als Rentenbeauftragter Bild: AP

Delevoye war der Mann hinter Macrons Rentenreform, jetzt tritt er zurück. Ihm wird vorgeworfen, er habe Interessenkonflikte verschwiegen. Delevoye selbst sieht sich als Opfer von „gewaltsamen Angriffen und einem Gemisch aus Lügen“.

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          Der Architekt der umstrittenen Rentenreform in Frankreich ist zurückgetreten: Jean-Paul Delevoye wurde als Hoher Kommissar für die Rentenreform auf eigenen Wunsch von Präsident Emmanuel Macron abberufen, wie der Elysée-Palast am Montag in Paris mitteilte. Der 72-Jährige hatte verschiedene bezahlte und unbezahlte Tätigkeiten und Mandate nicht offiziell angegeben. Ihm wurde deshalb ein Interessenkonflikt mit seinem Regierungsamt vorgeworfen.

          Macron habe den Rücktritt „mit Bedauern“ angenommen, hieß es aus dem Elysée-Palast. Delevoye werde in Kürze ersetzt. Macron hatte den konservativen Politiker im September 2017 berufen, um die Rentenreform auszuarbeiten. Sie ist eines der zentralen Wahlkampfversprechen des Staatschefs.

          Gegen die Rentenreform wird in Frankreich schon den zwölften Tag in Folge gestreikt. Sie sieht vor, dass die Franzosen künftig erst mit 64 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen können statt wie bisher mit 62. Zudem sollen Vorzugsrenten etwa bei der Bahn und beim Pariser Nahverkehr abgeschafft werden.

          Delevoye begründete seinen Rücktritt mit dem „geschwächten Vertrauen“ in seine Person. Er bezeichnete sich als Opfer von „gewaltsamen Angriffen und einem Gemisch aus Lügen“. Dies schade der Rentenreform, die „unerlässlich für Frankreich“ sein.

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