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Union und SPD einigen sich : Rentenbeitrag soll nicht über 20 Prozent steigen

  • Aktualisiert am

Angela Merkel und Peter Altmaier am Mittwoch im Kanzleramt Bild: dpa

Union und SPD kommen nur in kleinen Schritten voran. Immerhin: In den Themen Rente und Pflege haben sich beide Parteien auf erste Punkte geeinigt.

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          Union und SPD haben in ihren Koalitionsverhandlungen mit Rente und Pflege zwei wichtige, aber wenig umstrittene Themen weitgehend abgeräumt. In der Gesundheitspolitik, wo die SPD eine Bürgerversicherung und eine Angleichung der Arzthonorare für privat und gesetzlich Versicherte fordert, war hingegen zunächst keine Einigung in Sicht. Ebenso sind Union und SPD in ihrem zweiten Hauptstreitpunkt, der SPD-Forderung nach einem Ende grundloser Befristungen von Stellen, noch weit auseinander.

          Dem Vernehmen nach beträgt der Finanzspielraum für die Projekte einer großen Koalition in dieser Legislaturperiode um die 45 Milliarden Euro. CSU-Chef Horst Seehofer zog ein positives Zwischenfazit der Koalitionsgespräche. „Wir haben jetzt die ersten Vereinbarungen getroffen: beim Familiennachzug, bei der Rente, bei der Pflege. Ich denke, wir sind auch atmosphärisch auf einem guten Weg“, sagte er am Mittwoch. „Ich habe den Eindruck, dass in den Parteispitzen und -führungen viel Wille da ist, diese gemeinsamen Lösungen auch gemeinsam zu vertreten.“

          3,4 Milliarden Euro für die Mütterrente

          Bei der Rente verständigten sich beide Seiten am Mittwoch, bis 2025 eine Obergrenze beim Beitragssatz von 20 Prozent einzuhalten. Der Beitragssatz liegt aktuell bei 18,6 Prozent. Schon in ihren Sondierungen hatten Union und SPD vereinbart, dass das Rentenniveau bis 2025 nicht unter 48 Prozent fallen soll. Dieses Verhältnis der Rente zum Lohn soll nach derzeitigen Prognosen 2024 noch bei 48 Prozent, 2025 dann bei 47,4 Prozent liegen. Für die Zeit nach 2025 soll eine Rentenkommission eingerichtet werden.

          In dem von der CSU durchgesetzten Plan einer ausgeweiteten Mütterrente sollen die Mehrausgaben nicht aus zusätzlichen Steuermitteln bestritten werden. Mütter, die vor 1992 drei oder mehr Kinder zur Welt gebracht haben, sollen künftig auch das dritte Jahr Erziehungszeit in der Rente angerechnet bekommen. Erwartet werden dafür Kosten von 3,4 Milliarden Euro. Die geplante Grundrente „10 Prozent oberhalb der Grundsicherung“ dürfte vergleichsweise niedrige Kosten im dreistelligen Millionenbereich verursachen, hieß es.

          8000 neue Stellen in der Pflege

          Schon in der Nacht zum Mittwoch verständigten sich die Unterhändler darauf, für Alten- und Krankenpfleger eine bessere Bezahlung durchzusetzen. Wie die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) weiter deutlich machte, sollen Sofortmaßnahmen für eine bessere Personalausstattung eingeleitet und in einem ersten Schritt 8000 neue Fachkraftstellen geschaffen werden. Pflegende Angehörige sollen stärker unterstützt werden.

          Mehrkosten sollen nicht zu Lasten der Pflegebedürftigen gehen, versicherte Dreyer. Mit den Tarifpartnern solle dafür gesorgt werden, dass Tarifverträge flächendeckend zur Anwendung kommen. Allerdings hatte Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) schon in der vergangenen Legislaturperiode eine deutliche Aufstockung beim Personal in der Alten- und der Krankenpflege und mehr Unterstützung für pflegende Angehörige angekündigt.

          Daher gab es bei den Sozialverbänden Kritik. „Die Mehrkosten für bessere Bezahlung und mehr Personal dürfen nicht dazu führen, dass die Eigenanteile von Pflegebedürftigen weiter steigen“, sagte VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. Der Arbeitgeberverband Pflege forderte eine Verdoppelung der Ausgaben für die Altenpflege mit Steuermitteln. Die Deutsche Stiftung Patientenschutz kritisierte: „Wenn der Rauch verzogen ist, bleibt praktisch nicht viel übrig für Pflegebedürftige und Angehörige.“

          Kein Ende der Differenzen ist beim Streitpunkt Gesundheit absehbar. Die SPD ist mit der Forderung nach einem Einstieg in das Ende der „Zwei-Klassen-Medizin“ in die Gespräche gegangen. Die Union signalisierte bei bestimmten Punkten Entgegenkommen, etwa bei der ärztlichen Versorgung im ländlichen Raum und bei den Terminservicestellen. Die von der SPD geforderte Bürgerversicherung lehnt sie aber ebenso vehement ab wie einheitliche Arzthonorare.

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