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Kommentar zur Rentenpolitik : Allzeit koalitionsbereite Grüne

  • -Aktualisiert am

Bild: dpa

Die Grünen halten sich in der Rentenfrage bedeckt. Sie wollen sich möglichst viele Koalitionsoptionen offenhalten. Klare Kante ist das nicht.

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          Wo stehen die Grünen in der Rentenpolitik? Eine Antwort fällt schwer und das erklärt vielleicht einen Teil des Höhenflugs der Partei. Die klare Kante, die Grüne im Klimaschutz bieten, meiden sie, wenn es um heikle Weichenstellungen in der Sozialpolitik geht.

          Während der ersten Beratung des teuren Rentengesetzes im Bundestag hatten Union und SPD vom grünen Rentensprecher Kurth nichts zu befürchten. Hat sich die Partei einst als Anwalt der Jüngeren verstanden und für eine bessere Balance der Alterslasten eingesetzt, redet sie heute der einseitigen Ausweitung der Leistungen für Rentner und rentennahe Jahrgänge das Wort. Schneller als die große Koalition ist sie nun zur Ausweitung des Steuerzuschusses bereit.

          Zum grünen „Finanzierungsmix“ gehört zudem unverdrossen die Bürgerversicherung. Doch an die Fusion der Rente mit der Beamtenpension glaubt kein Grüner ernsthaft, stabiler würde das Alterssystem so ohnehin nicht. Vorsichtshalber lassen die Grünen daher auch die Tür für einen späteren Rentenbeginn einen Spalt offen, immerhin. Durchgerechnet ist das alles nicht, Angriffsflächen will man nicht bieten. In der Rente sind die Grünen allzeit bereit für alle Koalitionen, ob links oder rechts.

          Heike Göbel
          Verantwortliche Redakteurin für Wirtschaftspolitik, zuständig für „Die Ordnung der Wirtschaft“.

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