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Renationalisierung : Zuerst die Schweiz?

  • -Aktualisiert am

Der berühmteste Berg der Schweiz: Das Matterhorn Bild: AP

Just in diesen heiklen Tagen und Wochen melden sich die Protektionisten zurück und rufen: Zuerst die Schweiz! Dabei hätte eine Renationalisierung für das kleine Hochlohnland schwere Folgen.

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          So leidenschaftlich hatte man Ueli Maurer lange nicht mehr gesehen. „Machen Sie Ferien in der Schweiz! Geben Sie das Geld hier aus!“, rief der Schweizer Finanzminister Anfang Mai den Abgeordneten im Parlament zu und erntete dafür parteiübergreifend Applaus. Der Tourismus und das Gastgewerbe gehören zu den Branchen in der Schweiz, die am stärksten unter der Corona-Krise und den damit verbundenen Einschränkungen leiden. Aber auch in der Industrie sind die Bremsspuren groß. Zwar konnten die meisten Betriebe ihre Arbeit fortsetzen; die Lieferketten sind weitgehend intakt. Nur was nutzt das, wenn die Aufträge ausbleiben?

          Die Schweiz verdient zwei von fünf Franken im Ausland. Und dort schrumpft die Wirtschaft ebenfalls. Der Absturz der industriellen Nachfrage in Verbindung mit der Konsumflaute hat schwerwiegende Auswirkungen auf die Beschäftigung: Jeder dritte Angestellte bezieht Kurzarbeitergeld. Dieses Instrument beugt kurzfristig Massenentlassungen vor, vermittelt aber nur bedingt das Gefühl beruflicher Sicherheit. Schließlich prognostiziert das Wirtschaftsministerium in Bern, dass die Schweizer Wirtschaft in diesem Jahr um fast sieben Prozent schrumpfen dürfte.

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