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Kartellrecht : Remondis: Chancen auf den Grünen Punkt sinken

Bild: dpa

Laut Kartellamt würde eine Fusion von Remondis und DSD zu einer marktbeherrschende Position im Bereich der Altglasvermarktung führen. Am 22. April wird das Oberlandesgericht Düsseldorf über die Beschwerde entscheiden.

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          Für den Entsorgungsriesen Remondis dürfte es schwer werden, das Veto gegen die Übernahme des Grünen Punktes (Duales System Deutschland (DSD)) doch noch aus der Welt zu schaffen. Die Chancen für die Klage vor dem Oberlandesgericht (OLG), wo sich Remondis gegen die Untersagung der Fusion wehrt, scheinen jedenfalls weiter zu sinken. Grund sind die vom Kartellsenat angeforderten Nachermittlungen. Darin kommt das Bundeskartellamt zu dem Ergebnis, dass die während der Fusionsprüfung festgestellte beherrschende Position in der Altglasvermarktung einer Übernahme weiter entgegenstehen würde. So ist es in der Ermittlungsakte für das Gericht nachzulesen. Der Schriftsatz liegt der F.A.Z. vor. Das Gericht wollte wissen, inwieweit die jüngsten Marktanteilsverluste von DSD eine neue Beurteilung des Sachverhalts notwendig machen könnten.

          Helmut Bünder

          Wirtschaftskorrespondent in Düsseldorf.

          Laut Kartellamt ist der Marktanteil von DSD bei der Altglasentsorgung zwar zuletzt kontinuierlich gefallen; diesen Verlusten stünden allerdings deutliche Zuwächse von Remondis gegenüber. In der Summe sei weiter davon auszugehen, dass „durch den Zusammenschluss von Remondis und DSD eine marktbeherrschende Stellung auf dem Markt für die Vermarktung aufbereiteter Hohlglasscherben in Deutschland entstehen wird“, schreibt das Amt. Rund 2,5 Millionen Tonnen Altglas werden in Deutschland, organisiert von den dualen Systemen, jedes Jahr eingesammelt und wieder eingeschmolzen – der größte Teil davon in Glasaufbereitungsanlagen, die Remondis gehören. Das OLG will am 22. April über den Fall entscheiden.

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