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Rekordquartal : Microsoft freut sich über seine Sorgenkinder

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Verkauft sich gut: die neue Spielkonsole Xbox One Bild: AP

Früher stand Microsoft allein für Software. Dann bot der Konzern auch Spielkonsolen, Tablet-Computer und Dienstleistungen an. Der Schwenk war schwierig - zeigt nun aber Erfolg.

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          Der weltgrößte Softwareanbieter Microsoft hat seinen Gewinn dank einer starken Nachfrage nach seinem Office-Paket und der neuen Spielkonsole Xbox One stärker als erwartet gesteigert. Im abgelaufenen Quartal betrug der Gewinn 6,6 Milliarden Dollar, teilte der Konzern am Donnerstag nach Börsenschluss mit.  Die guten Zahlen haben viele Beobachter überrascht. Nach Bekanntgabe am Donnerstagabend stieg die  Microsoft-Aktie nachbörslich um gut vier Prozent.

          Das Geschäft mit Firmenkunden läuft weiterhin gut,  aber Microsoft konnte nun auch dort punkten, wo es lang eher schwierig aussah: Rasant gestiegen sind etwa die Verkäufe der Spielekonsole Xbox. Die neue Version Xbox One kam im November auf den Markt und trug dazu bei, dass im gesamten Quartal 7,4 Millionen Konsolen verkauft wurden. Ein Jahr zuvor waren es lediglich 5,9 Millionen. Und der Anstieg funktionierte trotz des scharfen Wettbewerbs auf dem Konsolenmarkt: Sony bietet seine PlayStation 4 zu einem günstigeren Preis an. Das japanische Unternehmen Nintendo läuft derweil mit seiner Konsole Wii stark hinterher.

          Ein Lichtblick zeigt auch das schwierige Geschäft mit dem Tablet-Computer Surface, das nun etwas  besser läuft: Microsoft hatte auch hier für das Weihnachtsgeschäft neue Modelle herausgebracht. Der Erfolg war eine Verdopplung des Umsatzes zum Vorquartal. Der Umsatz stieg auf 893 Millionen Dollar und lag damit höher als im gesamten vorhergehenden Geschäftsjahr. Im Vergleich mit Apple hinkt Microsoft bei den Tablet-Computern freilich weiter hinterher. Microsoft dürfte nicht mehr als zwei Millionen Surface-PCs verkauft haben. Zum Vergleich: Apple dürfte in der kommenden Woche bekanntgeben, im Weihnachtsgeschäft mehr als 20 Millionen iPads ausgeliefert zu haben.

          Microsoft steckt mitten im Wandel weg vom reinen Anbieter von Software. Das Betriebssystem Windows war lange der wichtigste Geldbringer für Microsoft, doch der Softwarekonzern bekommt bei dem Betriebssystem die schrumpfenden PC-Verkäufe an Privatkunden zu spüren. Bei den Firmenkunden macht sich dagegen positiv bemerkbar, dass viele vom alten Windows XP auf neuere Windows-Varianten umsteigen. Denn Microsoft stellt im April die Versorgung mit Updates für das veraltete System XP ein.

          Um den Wandel voranzutreiben übernimmt der Konzern auch das Handygeschäft der finnischen Nokia. Deren Lumia-Smartphones laufen ohnehin schon mit Microsoft-Software. „Wir sehen Wachstum bei Windows Phone“, sagte Microsft- Finanzchefin Amy Hood. Das Betriebssystem ist - wenn auch mit großem Abstand - inzwischen die Nummer drei nach Android und Apples iOS.

          Microsoft-Urgestein Steve Ballmer: Wer ihm nachfolgt, ist weiter unklar

          Freuen dürften die neuen Zahlen vor allem den scheidenden Microsoft-Chef Steve Ballmer: „Die Investitionen in Geräte und Services zahlten sich aus“, erklärte er. Der Manager hatte im August bekanntgegeben, sich innerhalb eines Jahres zur Ruhe zu setzen. Kritiker hatten dem langjährigen Microsoft-Chef teils vorgehalten, unter seiner Führung habe der Software-Konzern in den vergangenen Jahren etwas an Orientierung verloren. Microsoft habe zwar beim Siegeszug des PCs in den 80er und 90er Jahren eine der wichtigsten Rollen gespielt, inzwischen dominierten aber Apple, Google oder Samsung den Markt für Smartphones und Tablet-PCs.

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