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Rekordeinnahmen : IG Metall feiert dritten Mitgliederzuwachs in Folge

  • Aktualisiert am

Die IG Metall will die höhere Mitgliederzahl und die Rekordeinnahmen in Einfluss ummünzen. Bild: dapd

Jahrzehntelang sank die Zahl der Gewerkschaftsmitglieder in der IG Metall. Vor drei Jahren kam die Trendwende. Gestärkt von Rekordeinnahmen will die Gewerkschaft nun am Sitz der EU-Kommission in Brüssel ein eigenes Büro eröffnen.

          Mit einem abermaligen Mitgliederzuwachs und Rekordeinnahmen im Rücken geht die IG Metall ins Wirtschaftsjahr 2014. Deutschlands größte Gewerkschaft will nach den Worten ihres neuen Führungsduos Detlef Wetzel und Jörg Hofmann ihren Einfluss auf die Politik erhöhen und gleichzeitig die Machtpositionen in den Betrieben und als Tarifpartei ausbauen.

          Das dritte Jahr in Folge hat die IG Metall einen Mitgliederzuwachs geschafft, berichtete Gewerkschaftschef Wetzel am Dienstag in Frankfurt. Zum Jahresende 2013 waren 2,266 Millionen Menschen Mitglied in der größten deutschen und europäischen Einzelgewerkschaft, also rund 2000 mehr als Ende 2012. Das Wachstum fiel mit 0,1 Prozent allerdings schwächer aus als im Jahr zuvor, als unter dem Strich ein Zuwachs von fast 18.000 neuen Gewerkschaftern stand. Die IG Metall müsse jährlich rund 25.000 Sterbefälle unter ihren Mitgliedern ausgleichen, erläuterte Wetzel.

          Der neue Hauptkassierer Jürgen Kerner konnte auch in Folge höherer Tarifgehälter für 2013 Rekordeinnahmen von 499 Millionen Euro verbuchen - nach 481 Millionen Euro im Jahr 2012. Das Geld fließt unter anderem in neu aufgelegte Programme zur Gewinnung weiterer Mitglieder und zu 15 Prozent in Rücklagen unter anderem für die Streikkasse.

          Gewerkschaftschef Detlef Wetzel

          Weiteren Druck will die IG Metall beim Thema Missbrauch von Werkverträgen aufbauen. Wetzel verlangte für die Betriebsräte der Einsatzunternehmen „echte Mitbestimmung“ statt nur erweiterte Informationsrechte zum Einsatz der Werkverträgler. Zudem müssten die Unternehmen in die Beweispflicht genommen werden, dass es sich um legale Werkverträge handelt. Für ihre Arbeit will die Gewerkschaft am Sitz der EU-Kommission in Brüssel ein eigenes Büro eröffnen.

          Wetzel zeigte sich mit der von der großen Koalition eingeleiteten Rentenreform - insbesondere dem abschlagsfreien Renteneinstieg mit 63 nach 45 Beitragsjahren - zufrieden. „Es ist ein gutes Signal, dass die Lebensleistung von Menschen zukünftig mehr geachtet werden soll.“ Scharf ging Wetzel den Gesamtmetall-Hauptgeschäftsführer Oliver Zander an, der die Rentenpläne als „krasses Gegenteil von Generationengerechtigkeit“ bezeichnet hatte. „So ignorant soll man nicht auf die Lebensleistung von vielen, vielen Menschen in Deutschland herabblicken“, sagte Wetzel. Die Zukunft werde nicht von denjenigen aufgezehrt, die 45 Jahre gearbeitet hätten. Sie werde vielmehr damit verspielt, dass „wir seit vielen Jahren trotz höchster Gewinne eine unterdurchschnittliche Investitionsquote haben.“

          Für die zum Jahresende beginnende Tarifrunde in der deutschen Schlüsselbranche Metall und Elektro kündigte der zweite Vorsitzende Hofmann qualitative Forderungen über eine reine Gehaltserhöhung hinaus an. Diskutiert werde derzeit zum Beispiel über einen leichteren Zugang zu Altersteilzeitprogrammen für besonders belastete Arbeitnehmergruppen. Gerade die untersten Gehaltsgruppen sollten zudem höhere Ausgleichszahlungen erhalten, um ihnen die Altersteilzeit finanziell überhaupt zu ermöglichen. Auch über tarifliche Leistungen zur Karriereförderung der Beschäftigten werde gesprochen. Zuvor will die IG Metall bei den im Frühjahr anstehenden Betriebsratswahlen ihre Position ausbauen.

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