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Reiseverbot wegen Corona : Ausgesperrt aus dem Paradies

Ostern ohne Sylt: Darauf müssen nun viele Touristen verzichten. Bild: Thomas Linkel/laif

Wegen Corona ist der Urlaub abgesagt, nicht einmal in das eigene Ferienhäuschen darf man rein. Muss das sein?

          7 Min.

          Dieses Wochenende verbringt Frank Zywietz wieder mit seiner Frau im schönen Brandenburg, ganz so, als würde es das Coronavirus nicht geben. In dem kleinen Dörfchen Netzeband mit seinen knapp zweihundert Einwohnern, über die Gemeindegrenzen hinaus für seinen jährlichen Theatersommer bekannt, fühlt Zywietz sich wohl. Hier hat er ein Haus mit großem Garten, der jetzt für die Saison hergerichtet werden müsste; das eine oder andere sollte auch noch repariert werden. „Hier ist immer was zu tun“, sagt er mit geschäftigem Stolz. „Wir verbringen in unserem Haus jede freie Minute, die wir haben.“

          Die erholsame Zeit in seinem Haus hat Zywietz sich hart erkämpft vor dem Verwaltungsgericht Potsdam. Am vergangenen Wochenende hatte Landrat Ralf Reinhardt noch per Allgemeinverfügung dafür gesorgt, dass das Ehepaar Zywietz draußen bleiben musste. Die hat das Verwaltungsgericht für sie nun faktisch außer Kraft gesetzt, bis das Oberverwaltungsgericht darüber entschieden hat. Aber die Regelung betrifft nicht nur Frank Zywietz und seine Frau, sondern auch etliche andere Menschen mit Zweitwohnsitz im Landkreis Ostprignitz-Ruppin nordöstlich von Berlin. Ganz zu schweigen von den Unmengen von Touristen, mit denen an den bevorstehenden Ostertagen zu rechnen ist.

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