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Reiseveranstalter zahlen aus : Urlauber bekommen doch Bargeld

Ein Hotel auf Mallorca Bild: obs

Sie hoffen immer noch auf eine Gutscheinlösung, dennoch erstatten einige Reiseveranstalter ihren Kunden jetzt die Kosten für ausgefallene Reisen. Die Gutscheine machen sie derweil mit Sonderangeboten attraktiv.

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          Mehrere Reiseveranstalter wollen ihren Kunden Zahlungen für ausgefallene Pauschalreisen nun auch erstatten, statt nur Gutscheine anzubieten. Damit reagieren sie darauf, dass es die von der Bundesregierung in Aussicht gestellte Möglichkeit, Barauszahlungen zu ersetzen, bislang nicht gibt.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Nachdem Alltours vorgeprescht war und alle bis zum 30. April abgesagten Reisen auszahlen will, folgen unter anderem DER Touristik aus der Rewe-Gruppe, Schauinsland-Reisen und die Kreuzfahrtreederei Aida. Gleichwohl machen die Unternehmen deutlich, dass sie weiter auf ein Gutscheinmodell hoffen.

          Der Deutsche Reiseverband hatte vor einer Insolvenzwelle gewarnt, falls Unternehmen alle Reisen erstatten müssten. Das Gutscheinmodell war auf Kritik von Verbraucherschützern und auf Bedenken der EU-Kommission gestoßen.

          Von Schauinsland-Reisen heißt es nun: „Eine staatliche Gutscheinlösung, die sicherlich für alle Reiseveranstalter, die gesamte Branche und im weiteren Sinne auch für die Angebotsvielfalt des Endkunden positiv zu bewerten ist, wird in der aktuellen Lage von uns begrüßt.“ Gleichwohl sollen bis zum 24. April Kunden, deren Urlaub wegen der zunächst bis 30. April geltenden Reisewarnung ausfällt, Geld zurückbekommen. DER Touristik und Aida wollen derweil erreichen, dass Kunden freiwillig Gutscheine nehmen, um den Liquiditätsabfluss einzudämmen.

          Gesetzlich sind Pauschalreiseanbieter verpflichtet, Erstattungen binnen 14 Tagen zu ermöglichen. Man halte sich „selbstverständlich stets an das geltende Recht“, teilt DER Touristik mit. Angesichts der offenen politischen Diskussion um die Einführung von Gutscheinen überlasse man Kunden die Wahl. Der Gutscheinwert solle 50 Euro höher als der Reisepreis sein, die Barerstattung nicht. Aida schlägt auf den Gutschein 10 Prozent des Reisepreises auf. Als erster großer deutscher Anbieter hat Aida zudem alle Reisen nicht nur bis Ende April, sondern auch für den gesamten Mai abgesagt.

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