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Mehr als verdoppelt : Regierung gibt viel mehr für Werbung aus

Werbeplätze wie diesen am Frankfurter Flughafen lässt sich die Bundesregierung einiges kosten. Bild: Lando Hass

Vor allem die Werbeausgaben des Gesundheitsministeriums sind in der Corona-Krise förmlich explodiert. Insgesamt ist die Bundesregierung zusammen mit den Ministerien inzwischen einer der 20 größten Werbetreibenden des Landes.

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          Die Bundesregierung hat ihre Werbeausgaben im laufenden Jahr deutlich erhöht. Die Bruttowerbeausgaben aller Ministerien und der Regierung als Ganzes haben sich von 60 Millionen im Vorjahr auf etwa 150 Millionen Euro im laufenden Jahr erhöht, wie aus Daten von Medienbeobachtern hervorgeht, die der F.A.Z. vorliegen. Damit liegt die Regierung auf Rang 20 der größten Werbetreibenden des Landes. Ähnlich viel gaben die Supermarktkette Rewe und der Autokonzern PSA, zu dem Peugeot und Opel gehören, aus.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Den größten Anstieg verzeichnete demnach das Gesundheitsministerium. Die Bruttowerbeausgaben des Spahn-Ministeriums sind von etwa 3 Millionen im Vorjahr auf 60 bis 70 Millionen Euro angewachsen. Größter Kostenpunkt ist mit 35 Millionen Euro die Kampagne „Zusammen gegen Corona“.

          Auch die Ausgaben, deren Urheber die Bundesregierung als Ganzes oder das Bundespresseamt sind, haben sich vervielfacht: Im Vorjahr wurden Ausgaben von 5 bis 6 Millionen erfasst. In diesem Jahr schlagen allein für die Werbung für die Corona-Warn-App 13 Millionen Euro zu Buche, insgesamt kommen die Beobachter auf etwa 23 Millionen Euro.

          Mit 24,3 Millionen Euro beziffert ein Sprecher des Bundespresseamtes auf Anfrage die Schaltkosten im laufenden Jahr, 18,2 Millionen davon wegen Corona-Maßnahmen. Das Gesundheitsministerium teilt mit, es stünden für Information und Aufklärung wegen der Pandemie 90 Millionen Euro zur Verfügung, davon seien bis Ende September 45 Millionen ausgegeben worden. Neben Ausgaben für die Anzeigenschaltung entstehen dabei etwa Kosten für die Entwicklung.

          Die tatsächlichen Kosten weichen leicht von den erfassten Werten ab, weil die Medienbeobachter Nielsen und Ad-Vision-Digital Preislisten zugrunde legen, Rabatte also nicht einkalkulieren. Zudem werden Printprodukte, Fernsehen, Radio und Digitales erfasst, soziale Medien aber nicht.

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