https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/regierung-gibt-viel-mehr-fuer-werbung-aus-17058924.html

Mehr als verdoppelt : Regierung gibt viel mehr für Werbung aus

Werbeplätze wie diesen am Frankfurter Flughafen lässt sich die Bundesregierung einiges kosten. Bild: Lando Hass

Vor allem die Werbeausgaben des Gesundheitsministeriums sind in der Corona-Krise förmlich explodiert. Insgesamt ist die Bundesregierung zusammen mit den Ministerien inzwischen einer der 20 größten Werbetreibenden des Landes.

          1 Min.

          Die Bundesregierung hat ihre Werbeausgaben im laufenden Jahr deutlich erhöht. Die Bruttowerbeausgaben aller Ministerien und der Regierung als Ganzes haben sich von 60 Millionen im Vorjahr auf etwa 150 Millionen Euro im laufenden Jahr erhöht, wie aus Daten von Medienbeobachtern hervorgeht, die der F.A.Z. vorliegen. Damit liegt die Regierung auf Rang 20 der größten Werbetreibenden des Landes. Ähnlich viel gaben die Supermarktkette Rewe und der Autokonzern PSA, zu dem Peugeot und Opel gehören, aus.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          Den größten Anstieg verzeichnete demnach das Gesundheitsministerium. Die Bruttowerbeausgaben des Spahn-Ministeriums sind von etwa 3 Millionen im Vorjahr auf 60 bis 70 Millionen Euro angewachsen. Größter Kostenpunkt ist mit 35 Millionen Euro die Kampagne „Zusammen gegen Corona“.

          Auch die Ausgaben, deren Urheber die Bundesregierung als Ganzes oder das Bundespresseamt sind, haben sich vervielfacht: Im Vorjahr wurden Ausgaben von 5 bis 6 Millionen erfasst. In diesem Jahr schlagen allein für die Werbung für die Corona-Warn-App 13 Millionen Euro zu Buche, insgesamt kommen die Beobachter auf etwa 23 Millionen Euro.

          Mit 24,3 Millionen Euro beziffert ein Sprecher des Bundespresseamtes auf Anfrage die Schaltkosten im laufenden Jahr, 18,2 Millionen davon wegen Corona-Maßnahmen. Das Gesundheitsministerium teilt mit, es stünden für Information und Aufklärung wegen der Pandemie 90 Millionen Euro zur Verfügung, davon seien bis Ende September 45 Millionen ausgegeben worden. Neben Ausgaben für die Anzeigenschaltung entstehen dabei etwa Kosten für die Entwicklung.

          Die tatsächlichen Kosten weichen leicht von den erfassten Werten ab, weil die Medienbeobachter Nielsen und Ad-Vision-Digital Preislisten zugrunde legen, Rabatte also nicht einkalkulieren. Zudem werden Printprodukte, Fernsehen, Radio und Digitales erfasst, soziale Medien aber nicht.

          Weitere Themen

          Neuer Streit um Regeln für ChatGPT

          Dauerbrenner AI Act : Neuer Streit um Regeln für ChatGPT

          Deutschland, Frankreich und Italien stellen sich gegen zu enge EU-Grenzen für Künstliche Intelligenz. Das Europaparlament spricht von einer Kriegserklärung. Scheitern die Verhandlungen über das KI-Gesetz der EU daran?

          Topmeldungen

          Chefvermittler Qatars: Regierungschef und Außenminister Muhammad Bin Abdulrahman Al Thani am 19. November 2023 in Doha.

          Verhandlungen über Geiseln : Qatars Frust auf den letzten Metern

          Doha verhandelt mit der Hamas über die Freilassung israelischer Geiseln. Doch kurz vor dem Ziel gab es immer wieder Rückschläge. Das liegt an der Eskalation vor Ort – und an dem Misstrauen zwischen den Parteien.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.