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Reform der Notfallversorgung : Notaufnahme in Not

  • -Aktualisiert am

Ärzte müssen in den Notaufnahmen oft Patienten behandeln, die gar nicht in tatsächlicher Not zu ihnen kommen. Bild: dpa

Bundesgesundheitsminister Spahn will die Notaufnahmen entlasten. Das vorgeschlagene Modell hat sich schon in anderen Ländern bewährt.

          Husten, Schnupfen, Rückenschmerzen: Die Deutschen gehen mit ihren Leiden am liebsten ins Krankenhaus, auch unter der Woche und sogar dann, wenn ihr Haus- oder Facharzt gerade eine Sprechstunde hat. Dadurch fehlen Kapazitäten für echte, lebensbedrohliche Notfälle. Noch dazu ist die Behandlung im Krankenhaus viel teurer als die bei einem niedergelassenen Arzt. Es ist daher richtig, dass Bundesgesundheitsminister Jens Spahn die Notaufnahmen entlasten will.

          Im Kern läuft sein Gesetzentwurf darauf hinaus, dass gemeinsame Notfallleitstellen am Telefon sowie zentrale Anlaufstellen an den Kliniken dringende von weniger dringenden Fällen unterscheiden und weitervermitteln: in die Notaufnahme, zum ärztlichen Bereitschaftsdienst oder in die Sprechstunde. Andere Länder wie zum Beispiel Dänemark haben schon gezeigt, dass es auf diesem Weg gelingen kann, die Patientenströme deutlich besser zu steuern.

          Die Reform der Gesundheitsversorgung in Deutschland wird damit aber noch nicht abgeschlossen sein. Denn auch, wenn mancher es nicht glauben mag: Nicht jedes kleine Krankenhaus ist gut für den Patienten. Manche werden schließen müssen.

          Britta Beeger

          Redakteurin in der Wirtschaft.

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