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Redenschreiber loben Höttges : So überzeugen Spitzenmanager auch online

Obenauf: Telekom-Vorstandschef Tim Höttges Bild: Reuters

In diesem Jahr fanden die meisten Hauptversammlungen deutscher Großunternehmen online statt. Während sich viele Manager mit dem digitalen Auftritt schwertun, zeigt Telekom-Chef Tim Höttges wie es richtig geht.

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          Der Telekom-Vorstandsvorsitzende Tim Höttges darf sich wieder über ein Lob von ungewohnter Stelle freuen: Der Verband der Redenschreiber deutscher Sprache schwärmt in höchsten Tönen von seinen rhetorischen Fähigkeiten, die er auch in der abgelaufenen Hauptversammlungssaison wieder unter Beweis gestellt habe. Höttges habe durch eine „souveräne Inszenierung seines digitalen Auftritts“ überzeugt. Ihm sei von allen 30 Dax-Chefs „mit Abstand am besten gelungen“, sich auf das neue Format der Online-Hauptversammlung einzustellen.

          Tillmann Neuscheler
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Viele Auftritte der Spitzenmanager kommen in diesem Jahr nicht gut weg, den Unternehmen sei die Inszenierung in diesem Jahr schwer gefallen: Oft seien die Rede-Auftritte der Spitzenmanager nur statisch abgefilmt worden, kritisieren die Redenschreiber. Manche Unternehmen hätten so kleine Bildausschnitte gewählt, dass „weder Körperbewegung noch Gestik gut zu erkennen waren.“ Für das Online-Format seien Art und Länge gewohnter Hauptversammlungsreden kaum geeignet: „Die Botschaften der Unternehmen kommen nur an, wenn sie sich an dem orientieren, was das Auditorium aus dem Internet gewohnt ist: Knappe, emotionale und bildreiche digitale Happen und Erlebniswelten.“

          Bei Höttges habe die ganze Inszenierung gestimmt – nicht nur der Vortrag. Unterschiedliche Kameraperspektiven, Schwenks, Zooms und Kamerafahrten hätten abwechslungsreiche Bilder geboten: „Timotheus Höttges ist ein dynamischer und authentischer Redner, der virtuos mit Telepromptern umgeht“, sagt Projektleiterin Tanja Faust: „Er setzt Pausen und Betonungen und spricht mit wechselnden Geschwindigkeiten. Das vermittelt Leidenschaft und Begeisterung.“ Zudem sei seine Argumentation nachvollziehbar und seine Sprache verständlich“.

          Bei aller Kritik an der Inszenierung vieler Manager-Auftritte, wollen die Redenschreiber aber auch „einen erfreulichen Trend hin zur gesprochenen Sprache mit knappen Sätzen“ ausgemacht haben. Die Manager lösten sich zunehmend vom Fachjargon und setzten auf Verständlichkeit, heißt es in der Analyse: „Das ist eine positive Entwicklung“. Dennoch bleibe noch immer zu vieles berichtshaft: Treffende Sprachbilder, Anekdoten und kleine, persönliche Geschichten seien noch immer selten.

          Der Redenschreiberverband analysiert seit 2014 ehrenamtlich die Reden der Dax-Chefs auf den Hauptversammlungen. Telekom-Chef Höttges hat schon im vergangenen Jahr die Experten überzeugt.

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