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Zoll verzeichnet Anstieg : Mehr Schwarzarbeit auf deutschen Baustellen

  • Aktualisiert am

Zoll-Razzia auf einer Frankfurter Baustelle im vergangenen Juni. Bild: dpa

Knapp 800 Millionen Euro Schaden entstehen dem deutschen Staat auf Großbaustellen – das Problem ist in diesem Fall nicht Pfusch am Bau, sondern Schwarzarbeit. Dahinter stecken verstärkt international agierende Banden.

          Im Kampf gegen Schwarzarbeit auf Baustellen gehen Zollfahndern verstärkt international agierende Banden ins Netz. Im vergangenen Jahr wurden mehr als 100.000 Ermittlungsverfahren wegen illegaler Beschäftigung eingeleitet und damit deutlich häufiger als 2013 (etwa 95.000). Das geht aus der Zoll-Jahresbilanz hervor, die Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) am Donnerstag vorgelegt hat.

          „Auf fast jeder Großbaustelle stößt der Zoll bei seinen Kontrollen auf die Auswüchse von organisierter Kriminalität“, heißt es in dem Bericht. Die international vernetzten Banden bestünden aus bis zu 100 Kriminellen, die hochgradig konspirativ und abgeschottet vorgingen. Nahezu alle Wirtschaftsbereiche seien betroffen. Die Tendenz sei steigend.

          2014 deckte der Zoll nach Razzien einen Schaden von mehr als 795 Millionen Euro auf, der dem Staat durch Hinterziehung von Steuern und Sozialbeiträgen entstehe. Schon länger geht der Zoll mit hoch spezialisierten Ermittlern und grenzüberschreitend gegen die international vernetzten Banden vor, die aus bis zu 100 Kriminellen bestünden. „Die Ergebnisse zeigen, dass es gelingt, solche Strukturen erfolgreich zu bekämpfen“, heißt es im Bericht.

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