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Keine Einigung : Vergleich im Schickedanz-Prozess gescheitert

Madeleine Schickedanz Bild: dpa

Quelle-Erbin Schickedanz fühlt sich um 1,9 Milliarden Euro gebracht - von ihrer ehemaligen Hausbank. Deshalb läuft einer der größten Schadenersatzprozesse der Justizgeschichte.

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          In dem Milliarden-Schadenersatzprozess der Quelle-Erbin Madeleine Schickedanz gegen ihre einstige Hausbank Sal. Oppenheim haben die langwierigen Vergleichsverhandlungen nicht gefruchtet. Auch in der vom Kölner Landgericht bis zum 1. September verlängerten Frist gelang den Streitparteien keine außergerichtliche Einigung, wie ein Gerichtssprecher mitteilte.

          Christine Scharrenbroch
          Freie Autorin in der Wirtschaft.

          Damit bleibt es bei dem anberaumten Verkündungstermin am 27. September. Ob Richter Stefan Singbartl dann auch ein Urteil fällen wird, ist aber nicht sicher.

          In dem seit vier Jahren laufenden Zivilprozess fordert Schickedanz 1,9 Milliarden Euro Schadenersatz von ihrer früheren Hausbank Sal. Oppenheim, deren damaligem Führungsquartett, ihrem einstigen Vermögensverwalter Josef Esch und weiteren Beklagten. Sie wirft ihnen vor, ihr Vermögen gegen ihren Willen riskant angelegt und schließlich vernichtet zu haben.

          Im Zuge der Arcandor-Insolvenz 2009 verlor Schickedanz viel Geld und Immobilienvermögen. Auch Sal. Oppenheim geriet ins Strudeln und musste von der Deutschen Bank gerettet werden. Die Beklagten weisen die Vorwürfe zurück und haben ihrerseits Klagen erhoben.

          Im Juni hatte Richter Singbartl der einstigen Milliardärin zu verstehen gegeben, dass er ihrer Klage wenig Erfolgsaussichten einräumt. Schickedanz sei den Beweis schuldig geblieben, dass sie für die Geschäfte rund um Arcandor nicht haften müsse, sagte Singbartl. Hoffnungen kann sie sich allenfalls bei jenen Teilen ihrer Klage machen, die sich auf ihre Beteiligungen an geschlossenen Oppenheim-Esch-Immobilienfonds beziehen.

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