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Steuertipps zum Jahreswechsel 2008/09 (4) : Für Arbeitnehmer

  • -Aktualisiert am

Bild: Natascha Vlahovic, FAZ.NET

Nur noch wenige Tage bleiben den Bundesbürgern, um ihre Steuerangelegenheiten für das Jahr 2007 zu regeln. In der Serie „Steuertipps zum Jahresende“ gibt es Empfehlungen, was jetzt noch zu tun ist.

          7 Min.

          Abgeltungsteuer, Konjunkturprogramme und neue Steuergesetze - das Jahr 2009 bringt Steuerzahlern diverse Änderungen. Gerade deshalb sollten Selbständige, Kapitalanleger, Immobilienbesitzer und gut verdienende Angestellte den bevorstehenden Jahreswechsel nutzen, um ihre Steuerangelegenheiten zu regeln.

          Die letzten Tage des alten und die ersten Tage des neuen Jahres sind ideal, um zu prüfen, welche Möglichkeiten Sie haben, die drückende Steuerlast zu reduzieren. Aber auch die Weichen für das kommende Steuerjahr wollen richtig gestellt werden.

          Teil 4

          Steuertipps zum Jahreswechsel - für Arbeitnehmer

          1. Anzug: Absetzbar, trotz Negativurteil

          Bankangestellte können die Kosten für die Anschaffung und die Reinigung eines Anzugs nicht als Werbungskosten von der Steuer absetzen, entschied das Finanzgericht Saarland (Az.: 2 K 1497/07). Die Finanzrichter erklärten, die Aufwendungen für Kleidung gehörten grundsätzlich zu den Kosten der Lebensführung. Sie ließen sich nach § 12 Nummer 1 Satz 2 Einkommensteuergesetz (EStG) selbst dann nicht absetzen, wenn sie den Beruf förderten.

          Steuer-Tipp: Das Urteil ist wegen gegenteiliger Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs (BFH) umstritten. Wer in einer Bank oder einer ähnlichen Branche angestellt ist, sollte deshalb trotzdem seine Anschaffungs- und Reinigungskosten in der Steuererklärung geltend machen. Immerhin hat der BFH die Aufwendungen für den schwarzen Anzug eines Leichenbestatters (Az.: I R 33/69), eines Oberkellners (Az.: VI R 171/77) sowie eines katholischen Geistlichen (Az.: VI R 159/86) als Werbungskosten anerkannt. Begründung: Der unterschiedliche Verwendungszweck verleihe dem schwarzen Anzug den Charakter einer typischen Berufskleidung.

          2. Berufskraftfahrer: Weiterbildungskosten sind steuerlich absetzbar

          Die Oberfinanzdirektion Münster hat ihre Finanzämter angewiesen, bestimmte Weiterbildungskosten für Berufskraftfahrer als steuerabzugsfähige Werbungskosten zu behandeln (OFD Münster, Kurzinformation Einkommensteuer, Nr. 006/2008 vom 20. Februar 2008). Steuerbegünstigt sind Kosten, die sich aus den nachfolgenden Gesetzen zur beruflichen Weiterbildung ergeben:

          Wer in den Beruf als Fahrer im Personenverkehr neu einsteigt, ist ab September 2008 gesetzlich verpflichtet, eine Grundqualifikation zu durchlaufen, und zwar zusätzlich zum Erwerb des Führerscheins der Klassen C und CE. Diese Pflicht geht aus dem Berufskraftfahrer-Qualifikations-Gesetz vom 14. August 2006 (BkrQG) und der Berufskraftfahrer-Qualifikationsverordnung (BkrFQV) hervor. Wer schon einen Führerschein besitzt, hat zwar eine Bestandsgarantie, muss sich aber alle 5 Jahre beruflich weiterbilden.

          3. Elterngeld: Wechsel der Steuerklasse bei Schwangerschaft erlaub

          Werdende Eltern dürfen ihre Steuerklassen ändern, um nach der Geburt ein höheres Elterngeld zu erhalten. Diese „Trickserei“ ist nach Ansicht der Sozialgerichte Dortmund (zwei Fälle, Az.: S 11 EG 8/07 und S 11 EG 40/07) und Augsburg (Az.: S 10 EG 15/08) kein Missbrauch.

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