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Steuertipps zum Jahreswechsel 2008/09 (3) : Für Immobilienbesitzer

  • -Aktualisiert am

Bild: Natascha Vlahovic, FAZ.NET

Abgeltungsteuer, Konjunkturprogramme und neue Steuergesetze - das Jahr 2009 bringt Steuerzahlern diverse Änderungen. Gerade deshalb sollte man den bevorstehenden Jahreswechsel nutzen, um die Steuerangelegenheiten zu regeln.

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          Abgeltungsteuer, Konjunkturprogramme und neue Steuergesetze - das Jahr 2009 bringt Steuerzahlern diverse Änderungen. Gerade deshalb sollten Selbständige, Kapitalanleger, Immobilienbesitzer und gut verdienende Angestellte den bevorstehenden Jahreswechsel nutzen, um ihre Steuerangelegenheiten zu regeln.

          Die letzten Tage des alten und die ersten Tage des neuen Jahres sind ideal, um zu prüfen, welche Möglichkeiten Sie haben, die drückende Steuerlast zu reduzieren. Aber auch die Weichen für das kommende Steuerjahr wollen richtig gestellt werden.

          Teil 3

          Steuertipps zum Jahresende - für Immobilienbesitzer

          1. Angehörigenmietvertrag: 75-Prozent-Grenze am unteren Mietspiegel messen

          Bei vergünstigten Mietverträgen ist in Zukunft mit weniger Streit mit dem Finanzamt zu rechnen. Klar war bislang, dass ein Vermieter wenigstens 75 Prozent der ortsüblichen Vergleichsmiete verlangen muss, wenn er seine Kosten steuerlich geltend machen will. Unklar war dagegen, welcher Vergleichswert zu wählen ist. Denn die Vergleichsmiete aus dem örtlichen Mietspiegel besteht aus einer Spanne von höheren und niedrigeren Werten.
          Ab sofort dürfen Vermieter als Vergleichsmiete die untere Grenze des örtlichen Mietspiegels ansetzen, wie die „Kurzinformation Einkommensteuer“ Nr. 82/2007 der Oberfinanzdirektion (OFD) Rheinland klärt. Diese steuerzahlerfreundliche Regelung wurde durch eine Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) ausgelöst, in der es um die Lohnsteuer bei verbilligter Überlassung einer Wohnung an Arbeitnehmer ging (Az.: IX R 10/05).

          Steuer-Tipp 1: Reizen Sie die Grenze der verbilligten Vermietung nicht aus! Denn dann müssten Sie ständig das allgemeine Mietniveau kontrollieren und gegebenenfalls die Mieten erhöhen, damit Ihre Mietverträge nicht aus der 75- oder 56-Prozent-Vergünstigung herausfallen.

          Steuer-Tipp 2: Finanzbeamte schauen bei verbilligter Vermietung stets genauer hin. Wie Sie preisgünstig an Angehörige vermieten, ohne Streit mit dem Finanzamt zu bekommen, lesen Sie in unserem Artikel über das Steuersparmodell „verbilligte Vermietung”.

          2. Geschäftliche Nutzung des Eigenheims: Stille Reserven nur zur Hälfte versteuer

          Viele Unternehmer nutzen ihr selbstbewohntes Eigenheim auch betrieblich, zum Beispiel einen Raum als Büro oder Archiv. Gibt der Selbstständige diese betriebliche Nutzung auf, muss er die stillen Reserven verteuern, die auf diesen Raum entfallen. Der Bundesfinanzhof (BFH) entschied jetzt, dass diese stillen Reserven nur zur Hälfte zu versteuern sind, wenn beide Ehepartner je zur Hälfte Eigentümer des Hauses sind (Az.: VIII R 98/04). Das gilt selbst dann, wenn der nutzende Ehegatte alle Kosten für diesen Raum als Betriebsausgaben abgezogen hat.

          Steuer-Tipp: Eigenheimbesitzer können dieses Urteil auch für ein zurückliegendes Steuerjahr nutzen, wenn der Einkommensteuerbescheid noch offen ist, zum Beispiel weil sie Einspruch eingelegt haben oder der Bescheid unter dem so genannten „Vorbehalt der Nachprüfung“ steht.

          3. Kosten für Gebäudeabriss: wegen Baumängeln absetzbar - trotz Selbstnutzun

          Die Kosten für den Abriss eines bislang vermieteten Gebäudes sind als Werbungskosten absetzbar. Das gilt selbst dann, wenn der Eigentümer auf dem Grundstück anschließend eine selbstgenutzte Immobilie errichtet, entschied der Bundesfinanzhof (BFH) in einem aktuellen, nicht veröffentlichten Urteil (Az.: IX R 51/05).

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