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Steuerhinterzieher : Schweiz liefert Frankreich Daten

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Die Schweiz will von der grauen Liste der Steueroasen gestrichen werden Bild: REUTERS

Frankreich hat die Namen von 3000 mutmaßlichen Steuerhinterziehern mit Schweizer Bankkonten erhalten. Gegen die Inhaber der Konten werde möglicherweise in einigen Monaten ermittelt. Es ist das erste Mal, dass Frankreich Informationen mit solchen Details von Banken erhält.

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          Frankreich hat die Namen von 3000 mutmaßlichen Steuerhinterziehern mit Schweizer Bankkonten erhalten. Das sagte der französische Haushaltsminister Eric Woerth der Sonntagszeitung „Le Journal du Dimanche“ laut Vorabbericht vom Samstag. Gegen die Inhaber der Konten werde möglicherweise in einigen Monaten ermittelt. Es sei das erste Mal, dass Frankreich Informationen mit solchen Details von Banken erhalte, fügte Woerth hinzu. Auf den Konten liege eine Gesamtsumme von rund drei Milliarden Euro.

          Die Schweiz hatte am Donnerstag mit Frankreich als drittem Land ein neues Doppelbesteuerungsabkommen mit einer Regelung zur Amtshilfe bei Steuerhinterziehung unterzeichnet.

          Die Schweiz benötigt insgesamt zwölf solcher Abkommen, um von der grauen Liste der Steueroasen der G20-Länder gestrichen zu werden. Die neuen Abkommen schränken das Schweizer Bankgeheimnis für Ausländer weitgehend ein. Bisher hat die Regierung für sechs Abkommen grünes
          Licht gegeben, neben den drei bereits unterzeichneten mit Frankreich, Dänemark und Luxemburg sind dies jene mit Norwegen, Mexiko und Großbritannien.

          In der vergangenen Woche hat die die Schweiz und die Vereinigten Staaten eine Grundsatzvereinbarung im UBS-Steuerstreit unterzeichnet. Die Schweiz wird im Rahmen des Vergleichs binnen eines Jahres die Namen von 4450 amerikanischen Kontoinhabern der Großbank herausgeben. Vorläufig festgelegt sind zudem Abkommen mit Japan, den Niederlanden, Polen, Österreich, Finnland und Katar. Auch Deutschland dringt auf Zugang zu Kundendaten seiner Bürger bei Schweizer Banken. Auch Deutschland dringt auf Zugang zu Kundendaten seiner Bürger bei Schweizer Banken.

          Bislang leistete die Schweiz bei Steuerhinterziehung dem Ausland keine Amtshilfe, sondern nur bei schwereren Fällen von Steuerbetrug.

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